Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Im August blühen im Botanischen Garten Karlsruhe die exotischen Prachtblumen in ihren großen Pflanzkübeln. Thomas Huber, der Leiter des Botanischen Gartens Karlsruhe, sagt: „Die derzeitige Blüte ist ein absoluter Hingucker.“

Prachtblume (Fotos: Thomas Huber / SSG)

Als sie von europäischen Forschern in Afrika entdeckt und beschrieben wurde, bekam die leuchtend rot blühende Zwiebelpflanze den botanischen Namen „Haemanthus“, also Blutblume, zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern „haima“ für Blut und „anthos“ für Blüte. Als reichblühende „Prachtblume“ findet man sie inzwischen in den Katalogen von Züchtern. „Und Prachtblume trifft in der Blütezeit definitiv zu“, sagt Thomas Huber. Seit Juli führt der Botanische Garten Karlsruhe nach der coronabedingten, dreimonatigen Pause wieder den beliebten Blühkalender fort. Mehr zu den aktuellen Blühereignissen im Botanischen Garten Karlsruhe bietet die Internetseite (siehe Link).

Schönheit aus Afrika

Die Prachtblume gehört in die Familie der Amaryllisgewächse. Sie wächst aus kräftigen großen Zwiebeln, die allerdings giftige Alkaloide enthalten. Die Pflanze stammt aus Afrika; ihr Vorkommen reicht von den Tropen bis in gemäßigte Gebiete in Südafrika und sie wächst ebenso im Tiefland wie in den Wäldern der Berge. Am liebsten siedelt sie im Schatten von Bäumen in der Nähe von Flussufern. 1795 wird die Prachtblume erstmals wissenschaftlich dokumentiert – damals unter dem Namen Haemanthus, also Blutblume. Bereits 1838 erfolgt die Namensänderung in Scadoxus. Im Gartenführer des Botanischen Gartens Karlsruhe von 1825 ist zwar nicht die Art erwähnt, die heute gezogen wird, aber eine eine nahe Verwandte: Haemanthus tigrinus, die getigerte Blutblume.

Auch für den heimischen Garten geeignet

Die afrikanische Schönheit ist in mitteleuropäischen Breiten nicht winterhart. „Man kann sie aber sehr gut in einem Kübel ziehen“, erklärt Thomas Huber. „Im Sommer reichlich gießen und düngen und einen warmen sonnigen Standort, das reicht – mehr braucht sie nicht.“ Im Winter macht die Pflanze eine Ruhephase durch, in der nicht gegossen wird, wobei der Kübel nie ganz austrocknen sollte. „Scadoxus multiflorus, die Art, die wir im Botanischen Garten ziehen, blüht im Spätsommer mit ihren doldenförmigen Blütenständen in Rosa oder Scharlachrot. Es gibt aber auch Arten, die schon im Frühjahr blühen.“

Historische Anlage des Botanischen Gartens

Die eindrucksvollen Glashäuser des Botanischen Gartens, vor deren Halbrund sich die große Wiese mit den Blausternen ausbreitet, stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden ursprünglich vom Architekten Heinrich Hübsch entworfen, von dem auch das Gebäude der Kunsthalle stammt. Die historischen Gewächshäuser aus Metall und Glas wurden über längere Zeit aufwendig saniert und 2018 wiedereröffnet. Seither orientieren sich Gestaltung und Pflanzenauswahl exakt an den historischen Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

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