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Befeuert von der hohen Auslandsnachfrage verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland im Februar einmal mehr kräftige Zuwächse. Das zeigt der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der auf 60,7 Punkte nach 57,1 im Januar nach oben schnellte.

Der deutsche Industrie-PMI bewegt sich bereits seit acht Monaten über der psychologisch wichtigen 50-Punkte-Referenzlinie, ab der Wachstum angezeigt wird. Das Verarbeitende Gewerbe der größten Volkswirtschaft Europas profitiert einmal mehr von der regen Auslandsnachfrage, die den deutschen Export weiter ankurbelt. Foto: pixabay.com

Es ist der höchste Wert seit über drei Jahren, teilte der englische Finanzdienstleister IHS Markit mit. Allerdings nehme der Druck auf die Lieferketten zu. So meldeten im Berichtsmonat mehr Unternehmen als jemals zuvor in fast 25 Jahren EMI-Datenerfassung zum Teil beträchtliche Lieferverzögerungen.

 „Der nun schon seit fast einem Dreivierteljahr anhaltende Aufwärtstrend des EMI ist ein Beweis für die Robustheit der deutschen Industrie, die sich in der Corona-Krise als echter Stützpfeiler der Konjunktur bewährt“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Dienstag in Eschborn. Sorge bereiten ihm allerdings die größer werdenden Lieferengpässe und die anziehenden Einkaufspreise, fügte Grobosch hinzu.

„Der EMI nähert sich alten Höchstständen – und das trotz Corona. Es ist offensichtlich, dass die Internationalität der deutschen Industrie maßgeblich für die gute Stimmung der Branchen ist“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. „Die großen Pole dieser Welt – USA und China – treiben das Wachstum an, und Deutschland kann davon profitieren“, fügte die Helaba-Bankdirektorin in ihrem Statement für den BME hinzu. Ein Nach-Krisenboom sei jetzt schon abzulesen. Dies gehe mit deutlich steigenden Preisen einher. Auch das zeichne sich schon ab.

„Trotz der auf den ersten Blick guten Zahlen schwindet die Hoffnung auf Wachstum im ersten Quartal 2021 mit jedem Tag hoher Infektionszahlen ein Stückchen mehr. Es ist nicht die Erwartung eines Absturzes wie im ersten Halbjahr 2020 als vielmehr die Befürchtung einer längerfristigen Beeinträchtigung der Wirtschaft – auch nach ersten Öffnungen oder sogar mit wieder neuen Beschränkungen im Jahresverlauf, die die guten Umfrageergebnisse etwas trüben“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise teilte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Dienstag dem BME mit: „Der Preisauftrieb der wichtigsten Industrierohstoffe setzte sich auch im Februar 2021 fort: Dafür sorgten gut gefüllte Auftragsbücher und eine noch immer knappe Versorgung bei etlichen Rohstoffen. Zudem kam es insbesondere in der ersten Monatshälfte zu witterungsbedingten Transportproblemen. Bei unverändert hohen Eisenerznotierungen und nur leicht sinkenden Schrottnotierungen verteuerten sich die Stahlpreise je nach Sorte nochmals um 4,5 bis sieben Prozent. Während jedoch die Spotmarktpreise im zweiten Quartal ihren Höhepunkt sehen werden, dürften die Kontraktpreise im zweiten Halbjahr 2021 deutlich über dem Niveau der ersten Jahreshälfte liegen. Die Versorgungslage bei Stahl sollte sich jedoch schon im Verlauf des zweiten Quartals deutlich entspannen.“

Geschäftsausblick: 

Deutschlands Hersteller blickten auch im Februar optimistisch in die Zukunft. Der Teilindex verbesserte sich gegenüber Januar sogar nochmals und erreichte ein neues Rekordhoch (seit Mitte 2012). Nahezu die Hälfte der Befragten (49 Prozent) rechnet mit höheren Produktionsraten binnen Jahresfrist. Die meisten Manager stützen ihre Hoffnungen dabei auf die wachsende Zuversicht der Kunden und den großen Nachholbedarf, sobald die Covid-19-Beschränkungen gelockert werden.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Er ist eine Momentaufnahme der Geschäftssituation im Verarbeitenden Gewerbe – errechnet aus den Teilindizes für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).

 

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