Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die Situation auf dem Bau spitzt sich zu: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) geht von einem „Fifty-fifty-Risiko“ aus, dass es im Herbst zu einem bundesweiten Streik auf dem Bau kommen wird. Grund dafür ist der Tarifkonflikt für die rund 890.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe.

Robert Feiger, IG BAU-Bundesvorsitzender © IG BAU (Alexander Paul Englert)

Nachdem die fünfte und letzte Verhandlungsrunde zwischen der IG BAU und dem Bauhandwerk sowie der Bauindustrie in der vergangenen Woche ergebnislos abgebrochen wurde, wird die IG BAU jetzt die Schlichtung anrufen. Dafür hat sich heute die Bundestarifkommission der IG BAU einstimmig ausgesprochen. Schlichter für das Bauhauptgewerbe wird der Präsident des Bundessozialgerichts sein, Prof. Dr. Rainer Schlegel. 

„Die Schlichtung ist die letzte Chance: Entweder die Arbeitgeber geben ihre Blockadehaltung auf oder es kommt zum bundesweiten Streik auf den Baustellen. Dann liegt der Bau in Deutschland lahm. Das betrifft den Straßenbau – Autobahnen zum Beispiel – genauso wie den öffentlichen und privaten Gebäudebau“, sagt Robert Feiger. Der IG BAU-Bundesvorsitzende spricht von einer „enormen Entschlossenheit auf dem Bau, die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber nicht länger mitzumachen“. Dies sei bei der heutigen Entscheidung der Tarifkommission „mehr als deutlich geworden“. 

Ein Knackpunkt im Tarifkonflikt der Gewerkschaft mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) ist nach Angaben der IG BAU die sogenannte Wegezeitentschädigung: „Insbesondere beim Ausgleich für die oft langen Anfahrten zu den Baustellen müssen die Arbeitgeber ein akzeptables Angebot auf den Tisch legen“, sagt Carsten Burckhardt. Er ist im IG BAU-Bundesvorstand für das Bauhauptgewerbe zuständig. Auch in puncto Lohnerhöhung und Angleich der Ostlöhne ans Westniveau müssten sich die Arbeitgeber „noch erheblich bewegen“. Die IG BAU fordert in der aktuellen Tarifrunde neben der Wegezeitentschädigung und dem Ost-West-Lohnangleich ein Einkommensplus von 5,3 Prozent.

 

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