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Ein deutlicher Anstieg der Neuaufträge hat auch im Februarzu solidem Wachstum in der deutschen Industrie geführt. Das zeigt der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Der wichtige Konjunktur-Frühindikator für die größte Volkswirtschaft Europasnotierte bei 58,4 Punkten und damit abermals deutlichüber der Wachstumsschwelle von 50,0 – allerdings etwas unter dem 5-Monatshoch von Januar (59,8).   EMI

Foto: Gerd Altmann/pixabay.com

„Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland konnte sich auch im Februar weiter konsolidieren. Die aktuellen EMI-Daten zeigen, dass nicht nur die Binnenkonjunktur floriert, sondern auch das Auslandsgeschäft“, betonte Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Eschborn. Angesichts des seit 24. Februar tobenden Krieges in der Ukraine und des daraufhin erfolgten Anstiegs der Energiepreise sei jedoch zu befürchten, dass die Industrie in den kommenden Monaten aufgrund wachsender Probleme in ihren Lieferketten und Beschaffungsmärkten in einen Abwärtstrend geraten könnte.

„Laut jüngsten PMI ist die Stimmung in der deutschen Industrie (noch) gut. Allerdings wurden die Umfragen vor dem Ukraine-Krieg getätigt, so dass jetzt schon absehbar ist, dass sich die Stimmung zumindest kurzfristig verschlechtern wird. Je nach Dauer und Intensität des Krieges muss mit Abschlägen beim Wachstum und Zuschlägen bei der Inflation gerechnet werden. Die Sanktionen werden den Güter- und Kapitalverkehr erheblich beeinträchtigen“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Solange es jedoch nicht zu einem umfassenden Energielieferstopp kommt, sei nicht mit einer Rezession zu rechnen, fügte die Helaba-Bankdirektorin in ihrem Statement für den BME hinzu.

„Der Krieg in der Ukraine ist überwiegend in den Februar-Umfragen des EMI noch nicht berücksichtigt. Hier ist in den kommenden Monaten mit einer moderaten Eintrübung aufgrund der dämpfenden Effekte auf die Konjunktur zu rechnen“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Donnerstag dem BME.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise gab Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Donnerstag dem BME folgende Einschätzung: „Zwar zeigt der EMI-Index noch eine insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung und vor allem geringere Lieferverzögerungen an; es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Umfrage vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine erfolgte. Mittlerweile sind größere Störungen der Lieferketten aufgetreten. So muss Audi aufgrund fehlender Lieferungen von Kabelbäumen die Produktion in einigen Modellreihen reduzieren; denn die Ukraine hatte sich zu einem großen Kabelkonfektionierungsstandort entwickelt. Dies hat Minderabrufe bei etlichen Zulieferern zur Folge. Zudem belasten die stark angezogenen Erdöl- und Erdgaspreise erheblich. Auch wenn Russland bisher noch keine Lieferungen gestoppt hat: Mitten im Krieg ist dieses Risiko real. Daher sehen wir kurzfristig einen weiteren Preisanstieg, der auch andere russische Rohstoffe wie Eisenerz, Nickel und Aluminium betreffen könnte.“

 

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