DUH appelliert an Umweltministerkonferenz
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) appelliert an die Umweltministerkonferenz, sich für die Einführung flächendeckender Mindeststandards für klimaangepasste Schulhöfe einzusetzen. Nach Ansicht der DUH besteht auf Bundes- und Landesebene ein Verantwortungschaos zwischen den zuständigen Kultus- und Umweltministerien.
Das Umweltministerium Sachsen hat angekündigt, die Gestaltung von Schulgeländen als Diskussionspunkt auf die bevorstehende Konferenz zu bringen.
Hunderttausende Schülerinnen und Schüler lernen in Deutschland an über 32.000 allgemeinbildenden Schulen. Durch die zunehmende Ganztagsbetreuung verbringen viele Kinder und Jugendliche mehr als 40 Stunden pro Woche auf dem Schulgelände. Ein Großteil davon ist stark versiegelt, bietet kaum Schattenflächen oder Erholungsorte. Und trotzdem fehlt in der Bundes- und Landespolitik bislang jeder Ansatz, um Schulkinder nachhaltig vor Hitzewellen und Extremwetter zu schützen. Gerade in der Schulbildung ist die Integration von Elementen wie Schulwäldchen oder Solar-Modulen besonders wichtig. Städte und Gemeinden dürfen beim Neu- und Umbau von Schulhöfen nicht länger allein gelassen werden.Wir brauchen dringend gesetzliche Mindeststandards, klare Verantwortlichkeiten und personelle sowie finanzielle Unterstützung für die Kommunen als Schulträger. Die konsequente Klimaanpassung von Schulgeländen ist nicht nur für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Verbesserung des lokalen Klimas dringend erforderlich. Die Umweltministerinnen und -minister der Länder müssen jetzt dringend Verantwortung übernehmen. Es ist höchste Zeit, das Verantwortungschaos zu beenden. Wir brauchen jetzt eine Gesetzesgrundlage, die es alles Kindern und Jugendlichen ermöglicht, einen klimaangepassten und naturnahen Schulhof zu erleben. Zudem müssen Klima-, Natur- und Umweltschutz als Fach bundesweit in die Lehrpläne. Das ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern essenzielle Voraussetzung, um die Menschen beim Klima- und Naturschutz mitzunehmen.
Hintergrund der Forderung
Im Vorfeld der Umweltministerkonferenz sowie der Kultusministerkonferenz im Oktober 2024 hat die DUH gemeinsam mit einem Bündnis aus Vertretern des Schulwesens, Umweltschutzes, der Architektur, des Gartenbaus und der Kommunalverwaltung ein Forderungspapier für zukunftsfähige Schulgelände an alle Ministerien versandt. Von 16 Umweltministerien meldeten sich lediglich sechs zurück, wovon vier auf die Kultusministerkonferenz verwiesen. Diese wiederum gab an, die Arbeitshilfen für den Schulbau seit Jahren nicht fortzuführen und verwies auf die Schulträger.
