Naturschutz

Bodenschutzpreis 2024 geht nach Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz erhält den Bodenschutzpreis 2024 für seine intensiven Bemühungen zum Schutz der Waldböden. Das Land setzt auf erweiterte finanzielle Unterstützung der Waldkalkung, um der Versauerung entgegenzuwirken und die Waldökosysteme zu stabilisieren.

Rheinland-Pfalz für vorbildlichen Waldbodenschutz ausgezeichnet

Große Teile der deutschen Wälder sind laut Waldzustandsberichten der Bundesländer in keinem gesunden Zustand. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist die unzureichende Basensättigung vieler Waldböden, die zu einer starken Versauerung führt. Diese Versauerung wird durch externe Einflüsse wie industrielle Einträge verursacht und ist für Waldbesitzende nicht vermeidbar.

Angesichts der Beeinträchtigung wichtiger Bodenorganismen und -prozesse durch die Versauerung der Waldböden hat Rheinland-Pfalz den Schutz seiner Waldböden intensiviert. Dies umfasst unter anderem eine erweiterte finanzielle Unterstützung der Waldkalkung. Bodenschutzkalkungen auf stark versauerungsgefährdeten Waldböden werden in Deutschland bereits seit rund 30 Jahren durchgeführt. Eine Stabilisierung stark versauerter Waldökosysteme erfordert jedoch wiederholte Maßnahmen.

Ich freue mich sehr, dass Rheinland-Pfalz den diesjährigen Bodenschutzpreis erhält. Der Waldboden ist der Boden des Jahres 2024. Nach der jüngsten Bundeswaldinventur sind wir das waldreichste Bundesland. Das wichtige Ökosystem Waldboden kommt daher in Rheinland-Pfalz auf großer Fläche vor: Es ist Lebensraum, Nährstoffspeicher und dient als Wasserspeicher dem Hochwasserschutz. Waldböden weisen eine größere Naturnähe als andere Böden auf. Deshalb sind unsere Aktivitäten rund um den Bodenschutz im Wald und die naturnahe Waldbewirtschaftung so wichtig. Ich freue mich über die Anerkennung für den rheinland-pfälzischen Weg der naturnahen Waldbewirtschaftung und dass sich unsere jahrelange Arbeit, den Wald mit all seinen Funktionen zu erhalten, bezahlt macht.

Dies erklärte die rheinland-pfälzische Ministerin Katrin Eder. Sie betonte die Bedeutung des Waldbodens als Lebensraum, Nährstoff- und Wasserspeicher sowie dessen Beitrag zum Hochwasserschutz.

Manch einer versucht der Forstwirtschaft zu unterstellen, die Waldkalkung sei eine Düngung, um die Erträge zu maximieren. Ich halte daher Ministerin Katrin Eder für eine hervorragende Botschafterin, um die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass dies nicht stimmt. Vielmehr versuchen wir durch diese Maßnahmen, Schäden am Wald auszugleichen, für deren Verursachung die gesamte Gesellschaft verantwortlich ist.

Dies erläuterte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Er stellte klar, dass Waldkalkungen dem Ausgleich von Waldschäden dienen, die durch gesamtgesellschaftliche Einflüsse entstehen.

Rolf Werner, Vorsitzender der Düngekalk-Hauptgemeinschaft, hob die Notwendigkeit hervor, Privatwaldbesitzende mit Fachinformationen zu unterstützen. Zudem seien finanzielle Förderprogramme entscheidend, um eine breite Umsetzung von Waldfördermaßnahmen, einschließlich der Bodenschutzkalkung, zu ermöglichen.

Denn nur langfristig intakte Böden können mit Extremsituationen wie Starkregen umgehen und eine Grundlage für gesunde Bäume bieten. Gezielte Bodenschutzkalkungen sind essenziell, damit die Böden mindestens auf einem Vitalitätsniveau gehalten werden können.

Die Düngekalk-Hauptgemeinschaft ist eine Fachabteilung des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. Sie befasst sich mit allen Fragen der Kalkanwendung in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Teichwirtschaft und wird von Mitgliedsfirmen getragen, die Düngekalk und Futterkalk produzieren oder liefern.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) vertritt rund zwei Millionen private und öffentliche Waldbesitzer, die etwa 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland nachhaltig bewirtschaften. Zu seinen Mitgliedsorganisationen gehören Vertreter des Privat-, Staats- und Körperschaftswaldes, der Forstwissenschaft sowie berufsständische Verbände und Organisationen, die sich mit der Erhaltung und Förderung des Waldes und der Forstwirtschaft beschäftigen.

06.12.2024

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