Vorteile der gebundenen Bauweise im Detail
Die gebundene Bauweise bietet im Garten- und Landschaftsbau Vorteile durch eine hohe Tragfähigkeit des Plattenbelags und eine schnelle Wasserabführung, die Frostschäden vorbeugt. Der Verbund von Steinen, Fugen- und Bettungsmörtel führt zu einem geringen Pflegeaufwand.
Während die ungebundene Bauweise im Pflasterbau weit verbreitet ist, stößt sie bei zunehmenden mechanischen Belastungen, etwa durch Verkehr, und extremen Wetterereignissen wie Starkregen an ihre Grenzen. Der Austrag von Fugenmaterial kann hierbei zu starken Kräften auf den Boden führen, die das lose Material zermahlen. Die gebundene Bauweise stellt hier eine Alternative dar, bei der Bettungs- und Fugenmaterial mit einem Bindemittel versetzt und die Pflastersteine in einer gebundenen Bettung verlegt werden.
Vorteile der gebundenen Bauweise
Bei der gebundenen Bauweise entsteht durch die Verbindung von Fugenmörtel und Pflaster ein dauerhaft gleichmäßiges Fugenprofil. Dies ermöglicht eine homogene und großflächige Lastverteilung und beugt Stolperfallen durch verrutschte oder abgesackte Platten vor. Der Belag hält Reinigungsarbeiten mit Kehrmaschinen oder Druckwasserreinigungsgeräten stand. Eine Wartung ausgekehrter Fugen entfällt, und die Ansiedlung von Unkraut und Insekten in den Zwischenräumen wird verhindert. Diese Eigenschaften tragen zu einer einfacheren Pflege und geringeren Unterhaltskosten bei.
Verlegung nach Regelwerken
Für die Langlebigkeit und Lagestabilität ist die Bestimmung der möglichen Belastung entscheidend. Die Auswahl der Systemkomponenten erfolgt gemäß der Nutzungsabgrenzung nach VOB Teil C, ATV DIN 18318. Die ZTV Wegebau der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) unterscheidet drei Nutzungskategorien:
- N1: Für begehbare Flächen ohne Kraftfahrzeugverkehr, wie Terrassen und Gehwege.
- N2: Für befahrbare Flächen bis 3,5 Tonnen außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs, beispielsweise private Garagenzufahrten.
- N3: Für befahrbare Flächen bis 3,5 Tonnen mit gelegentlicher Befahrung durch Fahrzeuge bis 20 Tonnen Gesamtgewicht, ebenfalls außerhalb des Straßenverkehrs. Dazu gehören Pflege-, Instandhaltungs- und Rettungswege sowie Feuerwehr-, Garagen- und Gebäudezufahrten.
Die ZTV Wegebau legt Anforderungen an Mindestdicken, -festigkeiten und -wasserdurchlässigkeiten von Oberbau, Bettungsmaterialien und Fugenstoffen fest. Weitere Empfehlungen bietet das FGSV-M FPgeb Nr. 618/2 „Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung“.
Versickerungsmöglichkeiten schaffen
Um trotz eines stabilen Pflasterbelags keine vollständig versiegelte Fläche zu schaffen, können Fugen drainfähig ausgeführt werden. Das Bettungsmaterial sollte ebenfalls aus Drainmörtel bestehen. Grundsätzlich sollten die Schichten von oben nach unten drainfähiger ausgebildet sein. Die Produktabstimmung, beispielsweise die Auswahl des Fugenmörtels unter Berücksichtigung der Festigkeitswerte, ist dabei von Bedeutung.
Zur Unterstützung des Niederschlagswasserabtransports ist ein Gefälle der Oberfläche erforderlich. Dies gilt insbesondere bei nicht drainfähigem Fugenmörtel, wo Wasser hauptsächlich oberflächlich abgeführt wird. Die Schaffung von Versickerungsmöglichkeiten für Oberflächenwasser spielt hier eine wesentliche Rolle.
Sichere Entwässerung
Für Garageneinfahrten, Höfe, Gärten und öffentliche Bereiche wird die Entwässerungsrinne RECYFIX PRO angeboten. Diese besteht aus korrosionsfreiem, recyceltem Polypropylen (PP) und einer Abdeckung aus verstärktem Kunststoff (PA-GF). Sie ist leicht, robust und einfach zu installieren. Gemäß DIN 19580 / EN 1433 verfügt sie über Stabilität und Funktionalität. Das geringe Eigengewicht erleichtert Handling und Transport. Ein Nut- und Federsystem sowie eine einbaufertig montierte Rinne ermöglichen eine schnelle Verlegung.
Vorgeformte Stutzen erleichtern den Anschluss an die Kanalleitung. Das runde Gerinne der RECYFIX PRO gewährleistet eine gute Hydraulik und einen sicheren Wasserablauf. Die Entwässerungsrinne wird in einem frostsicheren, betonierten Fundament mit Rückenstütze verlegt. Durch verschiedene Abdeckungsdesigns und direktes Anpflastern lässt sich das Produkt optisch in das Gesamtbild integrieren. Die gebundene Bauweise bietet im Garten- und Landschaftsbau eine effiziente, wirtschaftliche und pflegeleichte Alternative zur ungebundenen Variante, vorausgesetzt die ZTV Wegebau und weitere relevante Regelwerke werden beachtet. Eine langlebige und widerstandsfähige Entwässerung ist dabei sicherzustellen.

