Die Grüne Stadt

BaumCloud harmonisiert Baumkatasterdaten für bessere Nutzbarkeit

Ein neues Online-Tool namens BaumCloud soll inhomogene Baumkatasterdaten von Kommunen und Landkreisen harmonisieren. Dies verbessert die Nutzbarkeit der Daten für wissenschaftliche Zwecke und praktische Anwendungen. Das Tool wurde im Rahmen des mFund-Projektes meinGrün entwickelt und steht allen Interessierten zur Verfügung.

Einheitliche Daten für vielfältige Anwendungen

Kommunen und Landkreise erfassen ihre Stadt- und Straßenbäume in individuellen Baumkatastern, die digital oder analog vorliegen können. Diese Daten sind oft inhomogen. Ein neues Online-Tool namens BaumCloud soll diese Daten harmonisieren und in ein einheitliches Format überführen. Dadurch werden die Baumkatasterdaten besser nutzbar, sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch in der praktischen Anwendung.

Die Terra Concordia gGmbH entwickelte das Tool im Rahmen des mFund-Projektes meinGrün. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert und vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) koordiniert. Die BaumCloud steht allen Interessierten zur Verfügung.

Kommunale Baumkataster weisen eine hohe Heterogenität in Datenformat und -struktur auf. Sie können unterschiedliche botanische Nomenklaturen verwenden, in verschiedenen Koordinatensystemen vorliegen oder Angaben wie Kronendurchmesser und Baumhöhe in unterschiedlichen Einheiten (Meter, Zentimeter) führen. Das Fehlen eines einheitlichen Standards erschwert die Integration dieser Daten in Web-Applikationen und verhindert großflächige Auswertungen für vergleichende Studien.

Die BaumCloud wurde entwickelt, um diese Defizite zu beheben. Sie unterstützt die Vereinheitlichung unterschiedlicher Baumkatasterdaten und verbessert deren Nutzbarkeit. Kommunen und Gemeinden können ihre Stadtbaumdaten online einpflegen, um zu einer homogenisierten Stadtbaumdatenbank beizutragen. Die hochzuladenden Datensätze müssen bestimmte Kriterien erfüllen, wie ein spezifisches Dateiformat oder die Bereitstellung als offene Daten.

Aktuell bietet die Anwendung harmonisierte Informationen zu 1,6 Millionen Bäumen aus 16 kommunalen Baumkataster-Datensätzen als Open Data an. Diese Stadtbaumdaten sind zentral über einen internetgestützten Zugriff (WFS-Link) in einem einheitlichen Format beziehbar.

Wir haben die BaumCloud als Verbundpartner im mFund-Projekt meinGrün entwickelt. Hier werden die homogenisierten Daten vor allem als Trainingsdaten verwendet, um die WebApp, die im Projekt entsteht, zu optimieren.

Dies erläutert Kai Gildhorn von der Terra Concordia gGmbH. Dr. Robert Hecht, verantwortlicher Wissenschaftler für die meinGrün-Projektkoordination im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), ergänzt:

Die frei verfügbaren Daten lassen sich aber auch für andere Studien, etwa zu Themen wie biologische Vielfalt, Klimawandel oder Ökosystemleistungen von Stadtbäumen, nutzen.

Das neue Datenangebot kommt nicht nur der Wissenschaft zugute, sondern steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Daten können beispielsweise für Web-Applikationen genutzt werden. Kommunale Verwaltungen können mit der BaumCloud ihre eigenen Baumkatasterdaten schnell und einfach homogenisieren. Dies vereinfacht den Datenaustausch zwischen Ämtern und in der interkommunalen Zusammenarbeit. Auch neue Projekte mit zivilgesellschaftlichen Akteuren lassen sich auf Basis der offenen Daten leichter initiieren. Download-Link und Metadaten sind über die mCloud-Plattform des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verfügbar.

07.04.2020

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