Die Grüne Stadt

Siegerentwurf für die Rheinanlagen Bacharach zur Bundesgartenschau 2029 steht fest

Die Planungen für die Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal schreiten voran. Für die Rheinanlagen in Bacharach wurde der Siegerentwurf im freiraumplanerischen Gestaltungswettbewerb bekannt gegeben. Das Konzept überzeugt mit einer Kombination aus Altstadtcharme, Landschaftspark und vielfältigen Freizeitmöglichkeiten.

Ein überzeugendes Konzept für Bacharach

Die Planungen für die Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal nehmen weiter Gestalt an. Für die Rheinanlagen in Bacharach wurde der Siegerentwurf im freiraumplanerischen Gestaltungswettbewerb bekannt gegeben. Das Büro für Landschaftsarchitektur urbanegestalt aus Köln und das Büro Hille und Tesch, Architekten und Stadtplaner aus Ingelheim, konnten das Preisgericht mit ihrem Konzept überzeugen.

Der Entwurf sieht eine Kombination aus Altstadtcharme, Landschaftspark, Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie einem Strandbad und Campingbereich vor. Ziel ist es, den Rhein für Besucher und Einheimische erlebbar zu machen und gleichzeitig die mittelalterliche Innenstadt Bacharachs einzubeziehen.

„Ich freue mich, dass die Buga in Bacharach weiter Gestalt annimmt. Der Siegerentwurf verkörpert das erklärte Ziel der Buga, den Fluss erlebbar zu machen und kombiniert dies mit der einzigartigen mittelalterlichen Innenstadt und vielen kreativen Ideen aus der Stadt selbst“, so Staatssekretärin Simone Schneider, Landesbeauftragte für die Buga 2029.

Der Stadtbürgermeister Philipp Rahn betonte, dass der Siegerentwurf die Ideen der Bürger Bacharachs widerspiegelt, die im Vorfeld der Buga-Bewerbung entwickelt wurden. Die Verbindung von Wassersport am Rhein, einer naturnahen Erholungszone und der Poesie des Rheins mit der historischen Altstadt sei einzigartig.

Drei Inseln der Poesie und vielfältige Nutzungskonzepte

Ein zentrales Element des Entwurfs sind die sogenannten „Inseln der Poesie“, die als besondere Orte mit unterschiedlichen Funktionen und Blickwinkeln konzipiert sind. Hier sollen Themen wie Kreativität, Malerei, Ästhetik, Entdeckungsdrang, Naturerlebnis sowie Reise und Aufbruch vereint werden. Das Büro urbanegestalt benannte diese Inseln als „Auenufer“, „Park“ und „B(e)acharach“.

Das nördliche Auenufer bietet mit dem Tonnenhof als gastronomischem Angebot sowie Nischen und Rückzugsorten eine entspannte Atmosphäre. Ein Hauptweg führt zu einem Fähranleger, der eine Verbindung zum Bacharacher Werth mit seinen Rebflächen herstellt. Die Münzbachlagune umrahmt den freigelegten Bach und ermöglicht Ausblicke auf den Rhein.

Die Promenade führt weiter zum historischen Teil des Parks. Hier soll der bisherige Parkplatz entsiegelt und der historische Landschaftspark weiterentwickelt werden. Historische Wegenetze und neue Bepflanzungen sollen die Schönheit des Parks hervorheben, während Sitzmöglichkeiten Ausblicke auf den Rhein oder die Stadt bieten. Im südlichen Abschnitt, in Richtung Campingplatz, ist ein großzügiger Bereich mit Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für alle Generationen vorgesehen, der den Übergang zum Strandbad bildet. Der Campingplatz könnte zukünftig Themen wie Gruppenzeltplätze, Sonderunterkünfte mit Jurten oder Tiny Houses integrieren.

Ein mobiler Weinpavillon auf der Bastion am Rhein bei der Sport- und Festwiese ist als weiteres attraktives Detail geplant. Der Übergang von der Altstadt zu den Rheinanlagen berücksichtigt die Vorgaben des Landesbetriebs Mobilität. Ein Mobilitäts-Hub beim künftigen Edeka-Markt soll die Parkmöglichkeiten optimieren.

Ein robuster Rahmen für Ausstellungen und Veranstaltungen

Der Entwurf schafft einen robusten Rahmen für die Ausstellungen und Veranstaltungen der Buga 2029. Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, wies darauf hin, dass das Ausstellungskonzept noch entwickelt wird. Es werde auf den Grundlagen der dauerhaften Neugestaltung des Geländes aufbauen und farbenfrohe sowie fantasievolle Überraschungen für die Besucher bereithalten.

Sven Stimac, Geschäftsführer der Buga 2029, gratulierte den Preisträgern und dankte allen Beteiligten. In den kommenden Monaten werden die Vorschläge des Entwurfs hinsichtlich Finanzierung, Umsetzung und nachhaltigem Betrieb geprüft. Erst danach werden die Kosten für das Buga-Projekt in Bacharach feststehen, da deren Ermittlung nicht Teil der Wettbewerbsaufgabe war.

Weitere Wettbewerbe und Finanzierung

Die Buga 2029 hat bereits zwei weitere Wettbewerbe ausgelobt. Der Siegerentwurf für die Rheinanlagen in Lahnstein wird im Januar 2024 gekürt, der für den Hafenpark in Rüdesheim im März 2024.

Die Preisträger des Wettbewerbs für die Rheinanlagen Bacharach sind:

  • 1. Preis: urbanegestalt, Köln, mit Hille Tesch Architekten, Ingelheim (4.000 Euro)
  • 2. Preis: A24 Landschaft, Berlin (2.500 Euro)
  • 3. Preis: Atelier Loidl, Berlin (1.400 Euro)
  • Anerkennungen: Greenbox (Düsseldorf), hutterreimann (Berlin), lohrer.hochrhein (München) (jeweils 7.000 Euro)

Das Preisgericht lobte die Gliederung des Bearbeitungsbereichs in die drei Freiraumtypologien Auenpark, Landschaftspark sowie Sport- und Freizeitpark mit Strandbad. Diese Typologien versprechen unterschiedliche Atmosphären und werden durch eine gemeinsame Uferpromenade verbunden. Besonders hervorgehoben wurde die großzügige Sport- und Spielanlage, die sich aus der Promenade entwickelt und Nutzungen wie Sport, Spiel, Strandbad und Wohnmobilstellplätze bündelt. Dies könnte eine Attraktion über die Grenzen Bacharachs hinaus werden und insbesondere die jüngere Generation ansprechen. Die historischen Wegeverbindungen der Rheinanlagen wurden berücksichtigt und die verkehrstechnischen Vorgaben für die B9 weitestgehend eingehalten.

Die Bundesgartenschau findet im Welterbe Oberes Mittelrheintal statt, das sich über 67 Rheinkilometer erstreckt. Das Gesamtbudget der Buga 2029 beträgt 108 Millionen Euro. Davon tragen die Länder Rheinland-Pfalz (48,6 Millionen Euro) und Hessen (6,3 Millionen Euro) einen Großteil. Die Buga 2029 gGmbH soll 38,7 Millionen Euro erwirtschaften, und die Welterbe-Kommunen tragen 14,4 Millionen Euro bei.

Gesellschafter der Buga 2029 gGmbH sind die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (33,3 Prozent) und der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal (66,6 Prozent). Im Welterbe-Zweckverband sind alle 59 Gebietskörperschaften des Welterbes vertreten.

16.11.2023

Zurück