Dünger und Substrate

Torfreduktion bei Gemüsejungpflanzen: Demonstrationsvorhaben ToGeP gestartet

Das Demonstrationsvorhaben ToGeP erprobt die Reduktion von Torf bei der Produktion von Gemüsejungpflanzen. Ziel ist es, den Torfeinsatz pro Pflanze um 50 Prozent zu senken. Dies soll durch Torfersatzstoffe und die Verringerung des Substratvolumens erreicht werden.

Innovative Ansätze zur Torfreduktion in der Jungpflanzenanzucht

Im Rahmen des Vorhabens ToGeP erproben Praxisbetriebe die Reduktion von Torf bei der Produktion von Gemüsejungpflanzen. Ziel ist es, den Torfeinsatz pro Pflanze um 50 Prozent zu senken. Dies soll durch die Verwendung von Torfersatzstoffen und die Verringerung des Substratvolumens in Erdpresstöpfen erreicht werden. Zusätzlich werden Tray-Systeme getestet, die von Natur aus ein geringeres Substratvolumen aufweisen.

Die beteiligten Betriebe erhalten fachliche Unterstützung vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), dem Thünen-Institut und der Fachhochschule Erfurt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert das Vorhaben ToGeP.

Die Reduktion des Torfeinsatzes stellt für spezialisierte Erzeugerbetriebe von Gemüsejungpflanzen eine Herausforderung dar. Während die geringere Bindigkeit torfreduzierter Substrate in Erdpresstöpfen teilweise durch angepasste Presstechnik und Bindemittel kompensiert werden kann, ist die bedarfsgerechte Stickstoff- und Wasserversorgung anspruchsvoller. Torfreduzierte Substrate erfordern voraussichtlich häufigere, aber kleinere Bewässerungsmengen. Dies erhöht das Risiko von Trockenstress und Nährstoffauswaschungen.

Die angepasste Nährstoffversorgung ist bei Gemüsejungpflanzen entscheidend. Mit Torfersatzstoffen wie Kompost oder Holzfasern lässt sie sich jedoch schwieriger steuern als mit Torf. Eine 50-prozentige Torfreduktion, die in anderen Gartenbausparten als umsetzbar gilt, war in der Gemüsepflanzenanzucht bisher kaum realisierbar. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt das ToGeP-Team neben dem Torfersatz weitere Ansätze.

Die Forschenden planen, das Volumen der Erdpresstöpfe zu reduzieren. Eine Verkürzung der Kantenlänge um 0,2 cm könnte bereits eine Substrateinsparung von etwa fünfzehn Prozent bewirken. Die Betriebe untersuchen, inwieweit die Volumina dieses Anzuchtsystems verringert werden können, ohne die Kultursicherheit zu gefährden. Des Weiteren sind Tests mit Tray-Systemen vorgesehen, die von vornherein geringere Substratvolumen aufweisen.

Als Torfersatzstoffe sollen hauptsächlich Grüngutkompost, Holzfasern und Kokosmark zum Einsatz kommen. Erkenntnisse aus Vorläuferprojekten werden dabei in der gärtnerischen Praxis überprüft. Im Gemüsebereich sind nicht nur die Jungpflanzenproduzenten relevant, sondern auch die Gemüsebaubetriebe, die die Jungpflanzen weiterkultivieren. Die geplanten Analysen der ökonomischen und ökologischen Auswirkungen der Torfreduktion sollen auch diese Zielgruppe umfassen. Um die Ergebnisse des Vorhabens zu verbreiten, sind umfangreiche Maßnahmen zum Wissenstransfer geplant.

Das Vorhaben wird bis 2027 vom BMEL über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Weitere Informationen sind in der Projektdatenbank unter dem Förderkennzeichen 2222MT022A-D verfügbar.

Projektbeteiligte und Teilvorhaben

  • Verbundvorhaben: Reduktion des Torfeinsatzes bei der Anzucht von Gemüsejungpflanzen
  • Teilvorhaben 1: Projektkoordination und Regionalbetreuung West – Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) - Rheinpfalz (2222MT022A)
  • Teilvorhaben 2: Regionalbetreuung Süd und Analysen – Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (2222MT022B)
  • Teilvorhaben 3: Ökonomische Bewertung – Johann Heinrich von Thünen-Institut Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (2222MT022C)
  • Teilvorhaben 4: Ökologische Bewertung – Fachhochschule Erfurt University of Applied Sciences (2222MT022D)

Erdpresstöpfe bestehen überwiegend aus Hochmoorschwarztorf, der zu einem stabilen Würfel mit einer typischen Kantenlänge von vier mal vier Zentimetern verpresst wird. Sie sind im Gemüsebereich weit verbreitet.

Tray-Systeme sind Kunststoffpaletten mit sehr kleinvolumigen Zellen, die automatisiert besät werden können. Jungpflanzen in Trays sind aufgrund des geringeren Standraums, Substratvolumens und niedrigerer Transportkosten kostengünstiger als solche in Erdpresstöpfen, bergen jedoch ein höheres Kulturrisiko. In Deutschland ist dieses Anzuchtsystem bisher vor allem bei langstehenden Gemüsekulturen wie Kohl oder Sellerie verbreitet, könnte aber zukünftig für weitere Kulturen an Bedeutung gewinnen.

30.11.2023

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