Naturschutz

Atlantischer Lachs zum Fisch des Jahres 2019 gekürt

Der Atlantische Lachs wurde zum Fisch des Jahres 2019 ernannt, um auf seine Bedrohung aufmerksam zu machen. Für seinen Schutz sind passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate unerlässlich. Erste Erfolge bei der Wiederansiedlung zeigen, dass diese Bemühungen fortgesetzt werden müssen.

Schutzmaßnahmen für den Wanderfisch dringend erforderlich

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) wurde zum Fisch des Jahres 2019 ernannt. Diese Wahl, getroffen vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), soll auf die weiterhin bestehende Bedrohung dieser Fischart in Deutschland aufmerksam machen. Für den Schutz, die Erhaltung und eine erfolgreiche Wiederansiedlung sind passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate unerlässlich.

Der Lachs ist ein anspruchsvoller Wanderfisch, der unverbaute und saubere Flüsse und Bäche braucht, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in seine Laichgebiete zu kommen und sich dort erfolgreich fortpflanzen zu können. Damit der Fisch des Jahres bald wieder in größerer Anzahl durch Flüsse wie den Rhein schwimmen kann, müssen wir die Anzahl der Barrieren in den Flüssen deutlich verringern und wirksame Auf- und Abstiegsanlagen errichten.

Dies betont BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Die Struktur der Gewässer, insbesondere mangelnde Durchgängigkeit und das Fehlen von Laichhabitaten in den Oberläufen, erschwert die Wiederansiedlung. Erste Erfolge durch gemeinsame Anstrengungen der Landesverbände des DAFV und Fischereifachbehörden zeigen, dass diese Bemühungen fortgesetzt werden müssen.

Der Lachs gehört bei uns zu den wohl bekanntesten Fischarten. Leider ist weit weniger bekannt, dass menschliche Aktivitäten die Lebensräume dieser Art zerstört haben. Es ist in den letzten Jahren gelungen, die Wasserqualität deutlich zu verbessern. Die Struktur der Gewässer: mangelnde Durchgängigkeit wie auch das Fehlen von Laichhabitaten in den Oberläufen erschweren die Wiederansiedlung dieser attraktiven Fischart. Die gemeinsamen Anstrengungen durch die Landesverbände des DAFV und einige Fischereifachbehörden zur Wiederansiedlung zeigen erste Erfolge und müssen fortgesetzt werden. Dies wollen wir mit der Auszeichnung zum Fisch des Jahres unterstützen.

So DAFV-Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren Lachse noch regelmäßig in Flüssen wie Rhein und Elbe anzutreffen. Die zunehmende Abwasserbelastung und der technische Ausbau der Gewässer zerstörten jedoch ihre Lebensräume und blockierten die Wanderwege.

Wiederansiedlungsbemühungen und Lebensweise des Lachses

Seit den 1990er Jahren laufen Bemühungen zur Wiederansiedlung des Lachses, die durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 verstärkt wurden. Fließgewässer werden schrittweise wieder durchwanderbar gemacht und flusstypische Lebensräume wiederhergestellt. In den letzten Jahren wurden vereinzelt Lachse bis ins schweizerische Rheingebiet beobachtet. Auch zukünftig sollen Fischauf- und -abstieg durch Wanderhilfen verbessert und Gewässer renaturiert werden, um geeignete Lebensräume für Lachse und andere Fischarten zu schaffen und die Entwicklung natürlicher Lachsbestände zu fördern.

Der „Fisch des Jahres“ wird seit 1984 gekürt, um auf schädigende menschliche Einflüsse auf die Lebensräume der jeweiligen Fischart hinzuweisen. Die Ernennung erfolgt in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Verband Deutscher Sporttaucher.

Lachse gehören zur Familie der Salmoniden und sind anadrome Fische. Sie beginnen ihr Leben im Süßwasser, wandern als Jungfische ins Meer und kehren als geschlechtsreife Tiere zum Laichen an ihren Geburtsort zurück. Auf ihren Wanderungen können Lachse Hindernisse von bis zu 2 Metern Höhe überwinden. Atlantische Lachse erreichen eine Länge von 60 bis 100 cm und ein Gewicht von 3 bis 15 kg, wobei auch größere Exemplare vorkommen.

Ihr Körper ist spindelförmig und sie besitzen gut entwickelte Zähne. Im Meer sind sie silbrig gefärbt. Kurz vor der Laichzeit entwickeln die Männchen eine Laichfärbung mit goldenen, roten und moosgrünen Farbtönen, und der Unterkiefer bildet sich zum charakteristischen „Laichhaken“ um. Die Weibchen schlagen schüsselförmige Laichgruben in den Grund, in die sie ihre Eier ablegen. Diese werden mit Kies und Sand bedeckt und so geschützt. Einige Lachse sterben nach dem Laichvorgang, wenige wandern als sogenannte Kelts wieder ins Meer ab.

Der Lachs stellt hohe Umweltansprüche an seine Laichgebiete. Er benötigt naturnahe, bevorzugt kiesige bis steinige Gewässerbereiche mit geringen Feinsedimentanteilen sowie kühlem, sauerstoffreichem Wasser. Freie Wanderwege zu diesen Arealen sind für den Fortbestand der Lachspopulationen überlebensnotwendig. Der Lachs ist in Deutschland als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste gefährdeter Tiere gelistet. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Europa reichte von Portugal und Nordspanien bis nach Island und von Frankreich über Deutschland bis nach Russland. Heute wird Lachs in großen Mengen in Aquakultur gezüchtet, unter anderem in Chile, Norwegen, Irland und Schottland. In Deutschland zählt er zu den beliebtesten Speisefischen.

26.11.2018

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Konstantinstr. 110
53179Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 8491-0
Fax:+49 228 8491-9999

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