Allgemeines

Wachstum im ökologischen Landbau: Deutlicher Zuwachs bei Betrieben und Flächen

Der ökologische Landbau in Deutschland verzeichnete im letzten Jahrzehnt ein starkes Wachstum. Die Zahl der Betriebe stieg um 58 %, die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 69 %. Dieser Trend zeigt eine zunehmende Bedeutung nachhaltiger Landwirtschaft.

Kontinuierlicher Anstieg der ökologisch bewirtschafteten Flächen

Der Trend zur Umstellung auf den ökologischen Landbau in Deutschland hat sich im letzten Jahrzehnt fortgesetzt. Im Jahr 2020 bewirtschafteten laut Statistischem Bundesamt (Destatis) rund 26.100 landwirtschaftliche Betriebe nach ökologischen Richtlinien. Dies entspricht einem Anstieg von 58 % gegenüber 2010, als 16.500 Ökobetriebe verzeichnet wurden.

Der Anteil der Ökobetriebe an allen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland erhöhte sich im selben Zeitraum von 6 % auf 10 %. Mehr als die Hälfte dieser Betriebe ist in Bayern (38 %) und Baden-Württemberg (17 %) angesiedelt.

Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Flächen

Parallel zur Zunahme der Betriebe stieg auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche deutlich an. Von 941.500 Hektar im Jahr 2010 wuchs diese auf 1,6 Millionen Hektar im Jahr 2020, ein Zuwachs von 69 %.

Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche, ein wichtiger Nachhaltigkeitsindikator, stieg in diesem Zeitraum von 5,6 % auf 9,6 %.

Im Jahr 2020 verzeichneten das Saarland (18 %), Hessen (15 %) und Brandenburg (13 %) die höchsten Flächenanteile für den Ökolandbau unter den Bundesländern (ohne Stadtstaaten). In Niedersachsen (5 %), Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (jeweils 6 %) waren die anteilig ökologisch bewirtschafteten Flächen geringer.

Bedeutung bestimmter Kulturen im Ökolandbau

Im ökologischen Landbau haben bestimmte Kulturen eine größere Bedeutung als im konventionellen Anbau. Dauergrünland, hauptsächlich Wiesen und Weiden, machte 2020 über die Hälfte der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland aus (52 %). Ackerland folgte mit 46 %.

Auf dem Ackerland dominierte im Ökolandbau Getreide zur Körnergewinnung mit 48 %. Pflanzen zur Grünernte hatten mit 32 % einen größeren Stellenwert als im konventionellen Anbau. Gleiches gilt für Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung (9 %), zu denen Futtererbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen und Sojabohnen zählen.

Steigende Öko-Anteile bei Obst, Gemüse und Wein

Die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche für Kern- und Steinobst (wie Äpfel, Birnen, Kirschen) sowie Beerenobst (wie Johannis- und Himbeeren) hat sich seit 2010 erheblich ausgeweitet. Der Öko-Anteil der Anbaufläche für Baum- und Beerenobst stieg von 12 % im Jahr 2010 auf 21 % im Jahr 2020.

Auch bei den Rebflächen erhöhte sich der Öko-Anteil in den letzten zehn Jahren um 5 Prozentpunkte auf 10 %. Bei Gemüse und Erdbeeren stieg er um 4 Prozentpunkte auf 13 %. Der Öko-Anteil bei Getreide zur Körnergewinnung erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 3 % auf 6 %.

Den größten Öko-Anteil wiesen die Hülsenfrüchte auf: 29 % der gesamten Anbaufläche für Hülsenfrüchte wurden 2020 ökologisch bewirtschaftet.

Strukturwandel in der Landwirtschaft

Die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland belief sich 2020 auf 262.800. Dies stellt eine Reduzierung um 36.400 Betriebe (-12 %) gegenüber 2010 dar.

Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Betriebsgröße: Bewirtschaftete ein landwirtschaftlicher Betrieb 2010 noch durchschnittlich 56 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, waren es 2020 durchschnittlich 63 Hektar. Die durchschnittliche Betriebsgröße variierte regional stark, von 25 beziehungsweise 36 Hektar in Hamburg oder Baden-Württemberg bis über 250 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche in Deutschland betrug 2020 16,6 Millionen Hektar und hat sich seit 2010 nur geringfügig verändert (-109.000 Hektar, ein Rückgang von weniger als einem Prozent).

Ackerland hatte mit 70 % (2010: 71 %) den größten Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Dauergrünland nahm 2020 rund 29 % ein, Dauerkulturen entfielen auf 1 %. Beim Anbau auf dem Ackerland dominierte der Getreideanbau mit 52 % der Fläche, gefolgt vom Anbau von Pflanzen zur Grünernte (27 %).

18.06.2021

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