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Deutsche Exporte im 1. Halbjahr 2022 deutlich gestiegen

12.08.2022

Die deutschen Exporte legten im ersten Halbjahr 2022 um 13,4 Prozent zu. Gleichzeitig stiegen die Importe deutlich stärker, was den Außenhandelsüberschuss spürbar verringerte. Besonders Energie- und Chemieimporte verteuerten sich erheblich.

Außenhandel wächst, doch Importüberschuss steigt deutlich an

Die deutschen Warenausfuhren haben im ersten Halbjahr 2022 kräftig zugelegt. Insgesamt stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf 763,9 Milliarden Euro. Für exportorientierte Branchen – darunter Hersteller von Baumaschinen, Nutzfahrzeuge und Maschinen für den Garten- & Landschaftsbau – bleibt das Auslandsgeschäft damit ein zentraler Wachstumstreiber.

Die Ausfuhren nach Russland gingen infolge des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland verhängten Sanktionen deutlich zurück. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 sanken sie um 34,5 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro.

Importe steigen stärker als Exporte

Parallel legten die Importe nach Deutschland noch stärker zu. In den ersten sechs Monaten 2022 wurden Waren im Wert von 729,6 Milliarden Euro eingeführt. Das entspricht einem Anstieg von 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Wareneinfuhren aus Russland stiegen wertmäßig um 51,3 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Hintergrund sind insbesondere höhere Energiepreise. Mengenmäßig gingen die Importe aus Russland jedoch um 24,0 Prozent zurück.

Der Außenhandelssaldo Deutschlands lag im ersten Halbjahr 2022 bei +34,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Überschuss noch 96,5 Milliarden Euro betragen. Im Handel mit Russland wurden wertmäßig mehr Waren eingeführt als dorthin ausgeführt.

Importüberschuss deutlich ausgeweitet

Im ersten Halbjahr 2022 ergab sich ein Importüberschuss von 14,2 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum 2021 hatte dieser noch 2,2 Milliarden Euro betragen. Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit den starken Preissteigerungen der vergangenen Monate.

Für Unternehmen im Gartenbau und in angrenzenden Bereichen bedeutet dies steigende Beschaffungskosten bei zahlreichen Vorprodukten und Materialien. Preisentwicklungen auf den internationalen Märkten wirken sich damit unmittelbar auf Kalkulation und Projektkosten aus.

Fahrzeuge und Maschinen dominieren den Export

Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im ersten Halbjahr 2022 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 116,3 Milliarden Euro. Es folgten Maschinen mit 99,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 5,9 beziehungsweise 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auf der Importseite führten chemische Erzeugnisse mit 76,1 Milliarden Euro (+64,9 Prozent) die Statistik an, gefolgt von Datenverarbeitungsgeräten mit 68,2 Milliarden Euro (+12,6 Prozent). Die hohen Importwerte im Chemiesektor resultieren unter anderem aus Einfuhren von Lactamen aus China, die sowohl für die Kunststoff- als auch für die Medikamentenherstellung eingesetzt werden.

Außenhandel im Juni weiter auf Wachstumskurs

Im Juni 2022 exportierte Deutschland Waren im Wert von 135,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Importe beliefen sich auf 128,2 Milliarden Euro und lagen damit 24,8 Prozent über dem Niveau von Juni 2021.

Die Zahlen unterstreichen die hohe Dynamik im Außenhandel – bei gleichzeitig spürbarem Kostendruck auf der Importseite. Für investitionsintensive Branchen bleiben internationale Lieferketten und Preisentwicklungen damit ein entscheidender Faktor für Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

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