Leitbild für die Mittelgebirge: Stärkung der Landwirtschaft
Der DVL sieht den Erhalt der Kulturlandschaften der deutschen Mittelgebirge eng verbunden mit der Stärkung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten. Hierfür sei ein praxisorientiertes Gesamtkonzept erforderlich, das die Natur als zentralen Entwicklungsmotor begreift. Florian Meusel, stellvertretender Vorsitzender des DVL, präsentierte Leitlinien für eine überregionale Entwicklungsstrategie, die von Experten aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung im Rahmen einer Mittelgebirgskonferenz erarbeitet wurden.
Staatssekretär Dr. Aeikens hob bei der Übergabe hervor:
Die Landwirtschaft und der ländliche Raum sind unmittelbar miteinander verbunden. Landwirtschaft findet dort statt, wo viele Menschen Entspannung vom Alltag in der Natur finden. Deshalb steht besonders die Zukunftsfähigkeit der ländlichen Regionen in Deutschland auf der Prioritätenliste des BMEL ganz oben. Wir sind dafür der Ansprechpartner innerhalb der Bundesregierung.
Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller betonte die Bedeutung der Landschaftspflegeverbände für den kooperativen Naturschutz:
Regional verwurzelt, fachlich kompetent und viele Akteure vernetzend: So bewahren Landschaftspflegeverbände in ganz Deutschland unsere Naturlandschaften. Naturschutz und Landschaftspflege sind keine Selbstläufer und brauchen vor allem die Menschen, die sich vor Ort engagieren.
Im Kontext der Mittelgebirge wurde die Notwendigkeit einer Stärkung der Weidetierhaltung diskutiert. Josef Göppel, Vorsitzender des DVL, lobte das Thüringer Modell einer Landesweideprämie für Ziegen und Schafe. Er betonte, dass die Pflege von Heideflächen, mageren Rasen und Trockenrasen einen gesellschaftlichen Mehrwert darstelle, der durch solche Prämien gerecht entlohnt werde. Göppel forderte zudem eine bundesweite Weideprämie, um die Weideschafhaltung zu erhalten.
Gemeinwohlleistungen in der Agrarpolitik stärken
Nach Ansicht des DVL gefährden die Reformvorschläge der EU-Kommission die bisherigen Errungenschaften der Agrarumweltpolitik. Insbesondere wird die Reduzierung der Gelder für die Entwicklung ländlicher Räume um 28 Prozent als unverhältnismäßig kritisiert. Der DVL bemängelt, dass die Kommission die Honorierung von Gemeinwohlleistungen nicht stärker integriere. Hierzu hat der DVL bereits einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der Förderpolitik in Form einer Gemeinwohlprämie unterbreitet.
Landschaftspflegeverbände als Kooperationsmodell für den Naturschutz
Die EU-Kommission misst Kooperationen eine zentrale Rolle bei. Die seit über 30 Jahren in Deutschland tätigen Landschaftspflegeverbände sehen sich hier als Vorreiter. Ihr Erfolgsrezept basiert auf dem gleichberechtigten Einbezug von Akteuren aus Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Die Kommission erkennt diesen Mehrwert an, was als Signal an Bund und Länder verstanden wird, die 165 Landschaftspflegeverbände als Kooperationen umfassender zu fördern.
Heimatbewahrung durch Landschaftserhalt: Das Selbstverständnis des DVL
Ein weiteres Thema der Diskussion war der Begriff der Heimat. Die Landschaftspflegeverbände setzen sich für den Erhalt der Kulturlandschaften ein, die das Land lebenswert machen. Ihr Selbstverständnis umfasst das Bewahren typischer Eigenarten heimatlicher Landschaften, die demokratische Mitwirkung in überschaubaren Lebensbereichen sowie solidarisches Wirtschaften in regionalen Kreisläufen. Ein Verständnis von Heimat, das die Natur einschließt und nicht ausschließt, dient dem DVL und seinen 170 Mitgliedsverbänden als Handlungsgrundlage.
