Gesundheitliche Vorteile urbaner Grünräume und ihre Bedeutung
Die Bedeutung von öffentlichem Grün für die Gesundheit der Stadtbevölkerung wird seit Langem politisch anerkannt. Bereits 2007 wurde mit der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ das Ziel formuliert, öffentlich zugängliches Grün für alle Bürger fußläufig erreichbar zu machen. Dies soll sowohl Naturerfahrungen ermöglichen als auch die gesundheitsfördernden Wirkungen von Grünflächen nutzen.
Studien belegen den Zusammenhang zwischen Grünflächen und Gesundheit. So zeigte der Umweltpsychologe Mac Berman von der University of Chicago, dass eine höhere Grünversorgung am Wohnort mit einer geringeren Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes einhergeht. Eine Forschergruppe um die Umweltpsychologin Renate Cervinka von der Universität Wien wies nach, dass Waldspaziergänge Herzfrequenz und Blutdruck senken, Muskeln entspannen und das Stresslevel reduzieren können.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als umfassendes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden. Grünflächen tragen dazu bei, indem sie Sauerstoff produzieren, die Luft reinigen, Feinstaub binden und durch Verdunstung ein angenehmes Stadtklima schaffen.
Pflanzen produzieren Sauerstoff, sie reinigen die Luft und binden Feinstaub, sie verdunsten Wasser und sorgen so für ein angenehmes und gesundheitsförderndes Stadtklima.
Neben diesen direkten körperlichen Effekten sind auch die sogenannten weichen Faktoren von Bedeutung: Die Erfahrung von Natur, Pflanzen und Tieren wirkt anregend und erholsam für Geist und Seele.
Vernetzung und Management städtischer Grünflächen für das Gemeinwohl
Besonders in dicht besiedelten Stadtteilen mit wenigen privaten Gärten ist ausreichendes öffentliches Grün essenziell. Hier spielt die Umweltgerechtigkeit eine Rolle, um sicherzustellen, dass alle Bewohner von den positiven Effekten der Grünflächen profitieren. Aus stadtklimatologischer Sicht ist eine Vernetzung der Grünflächen wichtig, um den Luftaustausch zwischen Grün- und Wasserflächen sowie bebauten Gebieten zu gewährleisten, beispielsweise durch das Freihalten von Kaltluftbahnen.
Die grüne Infrastruktur einer Stadt umfasst Parks, Friedhöfe, Straßenbegleitgrün sowie Dach- und Fassadenbegrünungen an öffentlichen und privaten Gebäuden. Diese Elemente bilden ein zusammenhängendes System. Das Bundesumweltministerium empfiehlt daher, dass Kommunen das Stadtgrün ressortübergreifend bearbeiten und politisch verankern.
Kommunen haben hier viele Einflussmöglichkeiten und können auf eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel vorangehen. Erfolgreiche Kommunen haben begrünte Verkehrskreisel und Verwaltungsgebäude, legen kommunale Förderungsprogramme für Grün auf oder organisieren lokale Wettbewerbe für mehr Grün in der Stadt. Nicht zuletzt können konkrete Vorgaben in Bebauungs- und Flächennutzungsplänen sowie bei Ausgleichsmaßnahmen maßgeblich dazu beitragen, dass das Grün in der Stadt dem Allgemeinwohl dient.
Die Wirksamkeit des öffentlichen Grüns hängt maßgeblich von dessen Anlage und Pflege ab. Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus unterstützen Kommunen mit ihrer Expertise dabei, den ideellen und tatsächlichen Wert öffentlicher Grünanlagen zu steigern.


