Herausforderungen und Vorankommen im arktischen Klima
Die Bedingungen in Grönland stellten hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge. Bereits in der Vorbereitungsphase kam es zu einem Zwischenfall, als eines der Fahrzeuge teilweise in einen eisbedeckten Fluss rutschte.
Der härteste Teil war die Abreise und das Finden einer sicheren Route von der Meereisdecke auf die dicke kontinentale Eisschicht. Wir fuhren auf dünnem Flusseis, als eines unserer Fahrzeuge plötzlich einbrach. Glücklicherweise war das das Schlimmste, das uns auf der Reise passiert ist und wir konnten unsere Reise nur um ein paar Tage verspätet beginnen.
Dies berichtete Emil Grimsson, Mitbegründer von Arctic Trucks und Expeditionsteilnehmer. Während der Fahrt beeinträchtigten wechselndes Winterwetter und Schneestürme mit Sichtweiten von null Metern das Vorankommen. Auf den langsamsten Etappen erreichten die Fahrzeuge lediglich Geschwindigkeiten von etwa zehn Kilometern pro Stunde. Die niedrigste gemessene Temperatur betrug -40 Grad Celsius. Trotz der Widrigkeiten zeigte sich Grönland auch von seiner beeindruckenden Seite.
Den Gletscher in seiner gesamten Pracht zu sehen, war atemberaubend. Unsere Ankunft in Wulff-Land nach einer tagelangen Fahrt über Eis war auch ein Erlebnis. Der Ort war beeindruckend – fast unwirklich. Ich bin mir nicht sicher, ob jemand mit einem Fahrzeug jemals zuvor so weit nach Norden gefahren ist.
Spezialausrüstung für extreme Bedingungen
Die anspruchsvolle Landschaft Grönlands erforderte eine spezielle Ausrüstung. Die Expedition setzte auf drei spezialangefertigte Fahrzeuge des isländischen Unternehmens Arctic Trucks, die auch bei Antarktis-Expeditionen zum Einsatz kommen. Das neueste Fahrzeug war mit Nokian Hakkapeliitta 44 Hochleistungsreifen des Reifenherstellers Nokian Tyres ausgestattet.
Der Reifen verfügt über eine Gummimischung, die speziell für Grip und Langlebigkeit bei sehr kalten Temperaturen entwickelt wurde.
Ich wollte aufgrund meiner vorherigen Erfahrungen Nokian Hakkapeliitta Reifen fahren. Diese Reifen bewältigen extreme Bedingungen und arbeiten unglaublich gut, auch wenn die Temperaturen auf bis zu -40 Grad Celsius sinken.
Ein Nokian Hakkapeliitta Reifen wiegt 70 Kilogramm und hat einen Durchmesser von über einem Meter. Dieser robuste Reifen entstand 2017 aus einer Kooperation zwischen Nokian Tyres und Arctic Trucks.
Auf weichem Schnee braucht man große Reifen mit genug Raum für Luft. Man kann die Reifenkontaktfläche anpassen, indem man den Luftdruck reguliert. Ein breiter Reifen hat bessere Tragfähigkeiten und wird nicht so weit in den Schnee versinken wie ein schmaler Reifen.
Kraftstoffversorgung und Logistik
Ein wesentlicher Aspekt der Vorbereitung war die genaue Kalkulation des Kraftstoffverbrauchs, da auf dem Gletscher keine Tankmöglichkeiten bestehen.
Zum Glück verbrauchten wir letztendlich weniger Kraftstoff als wir ursprünglich berechnet hatten. Die Nokian Hakkapeliitta Reifen besitzen eine gute Kraftstoffeffizienz.
Mehr als die Hälfte des benötigten Kraftstoffs wurde auf Schlitten hinter den Fahrzeugen transportiert.
Das war das erste Mal, dass wir Kraftstoff in Blasenbehältern auf Schlitten hinter den Fahrzeugen hergezogen haben. Wir hatten Probleme, die Behälter auf den Schlitten zu sichern und die Schlitten einigermaßen heil über das harte Gelände zu bringen.
Einzigartiges Erlebnis
Die dreiwöchige Expedition schweißte die sieben Mitglieder zusammen, wobei jeder Aufgaben wie Kochen, Fahrzeugreparaturen oder Fotografieren übernahm.
Auf alle Fälle eine einmalige Erfahrung. Auf solchen Reisen erlebt man eine andere Realität. Man konzentriert sich nur auf das Hier und Jetzt, genießt den Moment und vergisst alles andere.
Die Expeditionsteilnehmer waren Greg Miller (Leiter), Scott Brady, Clay Croft, Dr. Jon Solberg und Kurt Williams aus den Vereinigten Staaten sowie Emil Grimsson (Co-Leiter) und Torfi Johannsson aus Island.
