Die vielseitige Steckrübe
So passt die Steckrübe ebenso gut in asiatische Currys und Wok-Gerichte wie in die saisonale Landküche oder die „feine“ Küche. Und als Püree, gedünstete Gemüsebeilage, panierte Knusper-Sticks, Rösti, Steckrüben-Risotto mit Parmesan, Steckrüben-Burger oder einfach roh in den Salat geraspelt läuft sie erst so richtig zur Höchstform auf und offenbart ihre vielfältigen Qualitäten. Man muss ihr nur die richtige Bühne bereiten.
Gemüse mit Vergangenheit
In Kriegszeiten waren Steckrüben das Nahrungsmittel schlechthin. Als guter Kohlehydratlieferant sicherten sie vielen Menschen das Überleben – bis zum Überdruss! Denn mancherorts war sie schlicht Grundlage für alles, was gegessen wurde – sei es Brot, Marmelade, Püree, Auflauf oder Sauerkrautersatz. Selbst Kaffee wurde aus Steckrüben gebrüht.
Folglich wurde die mit dem Begriff Mangelernährung assoziierte Steckrübe so schnell wie möglich vom Speiseplan der Nachkriegsküche gestrichen.
Eine robuste Rübe
Mittlerweile hat sich die Einstellung zu den leckeren Rüben verändert, und die Steckrübe erlebt ihre kulinarische Renaissance in der Winterküche.
Von September bis März hat die Steckrübe Saison. Sie hat sonnige Plätze ebenso gern wie halbschattige, hat keine besonderen Ansprüche an den Boden und mag es kalt. Das macht die auch als „Schwedische Rübe“ bekannte Feldfrucht besonders pflegeleicht.
Sie tarnt sich aber auch unter so unterschiedlichen Namen wie Runkelrübe, Butterrübe, Erdkohlrabi, Wruke, Dotsche oder Ramanken.
Neben unterschiedlichsten Namen ist auch die Sortenvielfalt der Knolle bemerkenswert! Je nach Sorte variieren Form, Farbe und Geschmack. Steckrüben mit weißem Fleisch sind meist weniger geschmacksintensiv als die gelbfleischigen Rüben, die den Gaumen mit einem leicht süßlich-herben Aroma erfreuen.
Wissenshunger – Powerknolle
Steckrüben enthalten relativ viel Wasser, sind kalorienarm und sättigend. Das weiß-gelbliche Fruchtfleisch ist reich an wichtigen Mineralien, Eiweiß, Traubenzucker und vor allem Beta-Carotin, das im Stoffwechsel wichtige Zellschutzfunktionen erfüllt.
Dazu kommen Senföle und das für die Stärkung des Immunsystems wichtige Vitamin C.
Einkauf & Lagerung
Wer besonders frische Knollen im Supermarkt erwischt und sie möglichst schmackhaft verarbeiten möchte, kann auf einige einfache Merkmale achten:
- Eine glatte, saftige Schale spricht für Frische.
- Größere Knollen tendieren dazu, holzige Stellen zu enthalten – für knackige Steckrüben daher lieber kleinere Exemplare wählen.
- Im Kühlschrank bleiben ungewaschene Steckrüben 3–6 Wochen frisch.
- Für längere Lagerung: Blätter entfernen – dann halten sie sich bis zu 6 Monate an einem dunklen, trockenen Ort.
- Tiefgefroren sind sie bis zu 6 Monate haltbar: einfach putzen, schneiden, blanchieren und einfrieren.
Vorbereitung
Steckrübe gründlich waschen, trocken tupfen und mit einem Sparschäler schälen. Für besseren Halt am besten auf den Kopf bzw. Blattansatz stellen. Danach die Knolle halbieren und je nach Verwendungszweck in feine oder grobe Scheiben, Streifen oder Würfel schneiden.
Zubereitung
Die Steckrübe schmeckt roh, z. B. als Sticks mit Kräuterquark, wird aber auch für Salate & Co. meist vorgegart, geschmort, gebacken oder frittiert.
Am besten gart man sie – je nach Größe – 30 bis 40 Minuten in ausreichend Salzwasser oder Gemüsebrühe. Danach ist sie eine leckere Beilage, vor allem im Zusammenspiel mit anderem Wintergemüse, oder kann perfekt püriert, zu Reibekuchen, Steckrüben-Fritten oder einem vegetarischen Schnitzel weiterverarbeitet werden.
Rezept-Tipp: Steckrüben-Kürbis-Puffer
Leckeres Comeback eines Gemüseklassikers!
Vegetarisch / einfach–mittel / Zubereitungszeit: ca. 30 Min.
Zutaten für 4 Personen:
- 500 g Steckrübe
- 500 g mehlig kochende Kartoffeln
- 500 g Hokkaido-Kürbis
- 1 Zwiebel
- 2 Eier
- 2 EL Speisestärke
- Meersalz
- Öl zum Ausbacken
- 400 g Apfelmus
Zubereitung:
- Steckrübe und Kartoffeln schälen und waschen.
- Kürbis waschen, von Strunk und Kernen befreien und zusammen mit der Steckrübe und den Kartoffeln fein reiben.
- Zwiebel schälen und dazureiben.
- Eier, Speisestärke und 1 Prise Salz mit der Gemüsemischung verrühren.
- In einer großen, beschichteten Pfanne jeweils 3 EL Öl erhitzen. Pro Puffer etwa 2 EL Masse hineingeben, flach drücken und bei mittlerer Hitze backen.
- Nach etwa 4–5 Minuten wenden und weitere 4 Minuten goldbraun fertig backen.
- Vorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.
Serviervorschlag: Steckrüben-Kürbis-Puffer auf Teller geben und mit Apfelmus genießen.

