Begrenzte Vorkommen und neue Ansätze zur Huminsäuregewinnung
Huminsäuren kommen in hoher Konzentration von bis zu 85 Prozent in einer bestimmten Schicht der Weichbraunkohle (international als Leonardit bezeichnet) vor, die das Stadium der Braunkohle noch nicht erreicht hat. Für die kommerzielle Gewinnung werden meist sogenannte verwitterte Braunkohlen mit einem Huminsäuregehalt von über 50 Prozent verwendet. Diese eignen sich aufgrund ihres geringen Brennwerts nicht für die Energieerzeugung. Die Vorkommen dieser Rohstoffe sind jedoch begrenzt. Das Fraunhofer UMSICHT erforscht daher alternative Ausgangsstoffe zur Extraktion von Huminstoffen.
Im Projekt OxiHumin werden regionale Braunkohlen und Beiprodukte der Brikettherstellung untersucht. Bettina Sayder von der Abteilung Verfahrenstechnik bei Fraunhofer UMSICHT erläutert, dass diese Ausgangsstoffe zwar einen relativ geringen Huminsäureanteil aufweisen. Werden sie jedoch mit geeigneten Mikroorganismen versetzt, lassen sie sich biochemisch zu Huminsäuren oxidieren.
Hier setzen wir gemeinsam mit Fraunhofer UMSICHT an und optimieren den Prozess, um im Ergebnis ein Produkt zu erhalten, das sich als marktfähiger Bodenhilfsstoff eignet.
Dies erklärt Berthold Stern vom Projektpartner HUMINTECH GmbH.
Projektförderung und Partner
Das Projekt "OxiHumin" wird mit einer Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Dabei kommen Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2010 "Investitionen in Wachstum und Beschäftigung" zum Einsatz. Projektträger ist die LeitmarktAgentur.NRW – Projektträger ETN Forschungszentrum Jülich.