Bürgerwünsche für die urbane Zukunft
Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2015 Zukunftsstadt“ beleuchtete die Vorstellungen von Bürgern zum künftigen Leben in urbanen Räumen. Über 6.000 Personen aus mehr als tausend Städten und Gemeinden nahmen an der Befragung teil, die schriftlich an Bord der „MS Wissenschaft“ und online durchgeführt wurde.
Präferenzen bei Mobilität und Einkauf
Im Bereich Mobilität zeigt sich eine klare Präferenz für das Fahrrad. Nahezu die Hälfte der Befragten (47 Prozent) wünscht sich, künftig vorzugsweise mit dem Fahrrad oder E-Fahrrad unterwegs zu sein. Das eigene Auto und öffentliche Verkehrsmittel sind mit jeweils etwa einem Fünftel der Nennungen annähernd gleich beliebt: 22 Prozent bevorzugen Bus und Bahn, 21 Prozent den eigenen Pkw. Insgesamt würden 79 Prozent der Antwortenden auf innerstädtischen Strecken den sogenannten Umweltverbund – also Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV und Carsharing – nutzen.
Beim Thema Einkauf gaben 40 Prozent der Befragten an, vorrangig in kleinen Läden der direkten Nachbarschaft einkaufen zu wollen. Etwa jeder siebte bevorzugt den Online-Handel. Diese Ergebnisse zeigen eine Diskrepanz zum aktuellen Trend wachsender Online-Verkaufszahlen, insbesondere bei Erwachsenen. Kinder und Jugendliche hingegen äußerten mehrheitlich den Wunsch, in Einkaufszentren oder Geschäften der Innenstadt einzukaufen.
Arbeitsort und öffentliche Grünflächen
Ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage war der gewünschte Arbeitsort. Trotz der zunehmenden Möglichkeiten des Homeoffice durch technische Entwicklungen äußerten über 70 Prozent der Antwortenden den Wunsch nach einem räumlich vom Zuhause getrennten Arbeitsplatz.
Hinsichtlich öffentlicher Grünflächen und Parks betonten über 80 Prozent der Befragten deren hohe Bedeutung für die Stadt der Zukunft. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer erwartet zudem mehr Gärten für die Nahrungsmittelproduktion, was die Diskussion um Urban Gardening widerspiegelt.
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist das größte Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum. Es dient als Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Das 1973 gegründete unabhängige Institut mit Standorten in Berlin und Köln befasst sich mit einem breiten Themenspektrum, darunter Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltung und Kommunalfinanzen. Das Difu bearbeitet auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah alle Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft bewältigen müssen. Alleiniger Gesellschafter des gemeinnützigen Forschungsinstituts ist der Verein für Kommunalwissenschaften e.V.


