Anerkennung für Engagement und Herzblut im Ökolandbau
Zwei Bioland-Betriebe erhielten auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den Bundespreis Ökolandbau in der Kategorie „Gesamtbetriebliche Konzeption“. Ausgezeichnet wurden das Obstparadies Staufen aus Baden und der Pfänder Hof aus Bayern.
Jan Plagge, Präsident des Bioland e.V., äußerte sich erfreut über die Anerkennung der Mitgliedsbetriebe:
Wir sind stolz auf unsere Mitgliedsbetriebe und freuen uns sehr über die Auszeichnungen. Es ist schön zu sehen, wenn das Engagement und Herzblut, das in die Arbeit auf den Höfen fließt auch honoriert wird. Die Leidenschaft, die hinter den Betrieben steht, fühlt man nicht nur, sondern man schmeckt sie in den hochwertigen Produkten, die sie erzeugen.
Der Bundespreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wurde in diesem Jahr zum neunzehnten Mal verliehen. Er würdigt individuelle Betriebskonzepte, die sich in der Praxis bewährt haben. Dies können Konzepte für den gesamten Betrieb oder für spezifische Bereiche wie Tierhaltung, Natur- und Ressourcenschutz oder Energiemanagement sein.
Obstparadies Staufen: Ökologische und wirtschaftliche Wertschöpfung
Das Obstparadies Staufen, geführt von Martin Geng in Kombination mit der Obstmanufaktur Johannes Geng, überzeugte die Jury durch die erfolgreiche Verbindung von ökologischer und wirtschaftlicher Wertschöpfung im Erwerbsobstbau. Der Betrieb leistet zudem einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Förderung der Kulturlandschaft.
Martin Geng betonte die Bedeutung der Auszeichnung:
Zusammen mit unserem Team freuen wir uns riesig über diese besondere Anerkennung und Auszeichnung. Was vor zehn Jahren mit unserer Suche nach ungespritztem und schmackhaftem Obst begonnen hat, ist zu einem erfolgreichen Familienbetrieb geworden. Das motiviert, genau so weiterzumachen und bestätigt uns, dass wir mit unserer Überzeugung auch andere mitreißen. Wir haben jedenfalls noch viele Ideen im Kopf, die wir gerne umsetzen möchten.
Auf 17 Hektar Fläche wird Obst ohne den Einsatz von Spritzmitteln angebaut. Seit 2009 wurden über 1.600 groß- und mittelkronige Bäume gepflanzt sowie Hecken, Steinbiotope, Teiche und Blühstreifen angelegt. Hinzu kommen über 1.000 landschaftsprägende Streuobstbäume, darunter 300 alte Apfelsorten, 70 Birnen- und 40 Pflaumensorten. Das Sortiment umfasst zudem Quitten, Mirabellen, Walnüsse sowie ausgefallenere Obstarten wie Indianerbananen, Kiwis, Maulbeeren, Nordische Zitronen und Kakis. Ergänzt wird dies durch Wildobstarten wie Ebereschen, Felsenbirne, Kornelkirsche, Holunder, Wildkirschen, Wildpflaumen und Wildrosen. Ein zentraler Aspekt des Anbaus ohne Spritzmittel ist die Förderung von Nützlingen, unterstützt durch über 300 Vogelnistkästen und Wildbienenhotels.
Die Obstparadies Manufaktur von Johannes Geng vertreibt die Produkte direkt ab Hof. Dort werden 120 verschiedene Produkte hergestellt. Die Vermarktung erfolgt über den Hofladen, einen Internetshop, Bioland-Gastronomie und Bioläden.
Pfänder Hof: Erfolgreicher Generationenwechsel und Innovation
Der Pfänder Hof aus Schwabmünchen beeindruckte die Jury durch seinen gelungenen Generationenwechsel. Die notwendigen Investitionen wurden gemeinschaftlich und rechtzeitig getätigt, um eine wachsende Mehrgenerationen-Familie zu versorgen. Positiv hervorgehoben wurde auch die Weitergabe von Wissen und Erfahrung an andere Betriebe in der Region. Der Betrieb Pfänder gilt als Beispiel für die Entwicklung von Pionierbetrieben des ökologischen Landbaus.
Hans Pfänder äußerte sich zur Auszeichnung:
Dass das, was wir als Familie aufgebaut haben, wertvoll und leider auch noch viel zu selten ist, war uns bewusst. Dass wir damit die Jury überzeugen konnten und durch die Aufmerksamkeit vielleicht noch vielen Betrieben als Vorbild dienen können, freut uns umso mehr. Wir sind enorm dankbar für unseren tollen Familienzusammenhalt und ich als Senior freue mich besonders, dass meine Kinder den Hof so großartig führen.
Der Pfänder Hof wirtschaftet seit 1985 ökologisch. Im Jahr 1998 entwickelte sich der Betrieb von einem Milchviehbetrieb zu einem Gemüsebaubetrieb. Dabei wurden innovative Ansätze im Bio-Gemüseanbau und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit entwickelt. Der Betrieb beteiligte sich als Demobetrieb am EU-Forschungsprojekt SOLMACC, um stabile Anbausysteme zu etablieren, die Klimaveränderungen standhalten und Treibhausgasemissionen minimieren können. Im Jahr 2017 wurde die Pfänder GbR von Johann Pfänder an die nachfolgende Generation übergeben.
