Historische Funde und neue Traditionen im Rosengarten
Im egapark wurde der Grundstein für den Rosengarten zum zweiten Mal gelegt. Anlass war die Wiederentdeckung der ursprünglichen Grundsteinhülse während der aktuellen Bauarbeiten zur Neugestaltung des Rosengartens für die Bundesgartenschau 2021.
Die in der gefundenen Hülse enthaltenen Dokumente, darunter Baupläne, Tageszeitungen, Geld und eine Visitenkarte des ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, wurden zusammen mit aktuellen Ergänzungen in eine neue Grundsteinhülse eingelegt und versenkt. Zur dauerhaften Kennzeichnung des Standortes wird die Plastik „Fuchs und Storch“ dort platziert. Diese Plastik wird künftig von nachgezüchteten DDR-Rosen umgeben sein.
Nachzucht historischer Rosensorten
Die Rosen, die „Fuchs und Storch“ umgeben werden, sind Nachzüchtungen von DDR-Sorten. Diese wurden in den letzten drei Jahren im Rosenhof Rönigk in Bad Langensalza speziell für den egapark und die BUGA 2021 kultiviert. Etwa 60 Sorten, darunter „Sonnengold“, „Journal“ und „Vulkan“, wurden aus Trieben des alten egapark-Bestandes veredelt, auf neue Unterlagen okuliert und herangezogen. Weitere DDR-Züchtungen werden von einem Betrieb aus der Lausitz für den egapark kultiviert. Insgesamt werden in diesem Bereich des Rosengartens 600 Rosen gezeigt. Die Pflanzung der aktuell angelieferten Pflanzen soll bis Ende November abgeschlossen sein, da der Herbst als optimale Pflanzzeit gilt.
Konzept der Neugestaltung
Die Neugestaltung zielte darauf ab, die formalen Bezüge der Flächen stärker herauszuarbeiten. Dabei wurde Wert auf den sorgsamen Umgang mit vorhandenen Materialien gelegt, die weitgehend wiederverwendet werden. Besucher sollen viele Elemente wiedererkennen, die in einem neuen Kontext präsentiert werden. Ein Fokus der Neugestaltung lag auf der Pflanzenvielfalt, während auf wartungsintensive Wasserspiele verzichtet wurde.
Der Rosengarten bildet mit einer Pflanzfläche von 1.700 m² den Auftakt des südlichen Parkbereichs und bietet Sichtbeziehungen zum Geratal und zum Steiger. Die Rose als „Königin der Blumen“ rückt stärker in den Vordergrund. Es entstehen thematisch abgegrenzte Schau- und Ausstellungsflächen, die durch ein durchgängiges Rosenband verbunden sind. Der egapark-Rosengarten soll auch nach der BUGA Erfurt 2021 erhalten bleiben.
Themenbereiche und Infrastruktur
Die Präsentation gliedert sich in verschiedene Themenbereiche: moderne Rosenverwendung, Züchtungen aus der DDR, Duftrosen, bienenfreundliche Rosen, Sorten für den Halbschatten und ein mediterraner Rosengarten. Der Weg durch die Rosenschau ist barrierefrei gestaltet und für alle Besucher zugänglich. Entsprechende Informationstafeln werden an den Hauptzugängen zum Rosengarten angebracht.
Der zentrale Hauptweg erhält eine Pflasterung, die sich an den Pflasterstreifen des „Großen Blumenbeetes“ orientiert. Alle anderen Wege werden mit einer Deckschicht aus wassergebundener Wegedecke in Silbergrau versehen. Neben Rosen und Stauden wird auch der Baumbestand durch Neupflanzungen ergänzt. Die Planer sind aktuell in Baumschulquartieren unterwegs, um geeignete Bäume auszuwählen.
Planung und Ausführung
Das Areal wurde von SWUP Landschaftsarchitekten Berlin entworfen, die Pflanzplanung entwickelte Landschaftsarchitektin Petra Pelz. Die Bauüberwachung liegt bei Christian Weber. Die Elektroplanung übernimmt das Büro Keller-Geletzke und die Bewässerungsplanung das Büro Poch+Zänker.
Die Umbauarbeiten werden von folgenden Firmen durchgeführt:
- Dreienbrunnen eG Garten- und Landschaftsbau für Rodungen
- UTL Umweltschutz-Transport-Logistik GmbH für den Rückbau
- SB GrünBau GmbH für Garten- und Landschaftsbau
- Gärtnereibedarf Kammlott GmbH für die Bewässerung
- Vieselbacher Elektroservice GmbH für Elektroarbeiten
- Metallbau Most GmbH für Schlosserarbeiten


