Herausforderungen für den Tourismus in Deutschland
Dürreperioden, Starkregenereignisse und Hitzewellen beeinflussen zunehmend das Tourismusgeschäft in Deutschland. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) beleuchtet die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus und zeigt mögliche Anpassungsstrategien auf.
Die Studie empfiehlt Tourismusregionen, frühzeitig Vorkehrungen zu treffen, um ihre Attraktivität für Reisende zu erhalten. Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen Infrastrukturanpassungen, Veränderungen in der Produktpalette sowie die Entwicklung von Krisenplänen. Für kurzfristige Wetterereignisse sind zudem Aktivitäten in der Krisenprävention und -kommunikation von Bedeutung.
Der Tourismus ist zugleich Verursacher und Betroffener des Klimawandels. Rund fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit sind allein dem Tourismus zuzuschreiben. Die Gegenmittel sind klar: Lieber regional und mit der Bahn verreisen, statt mit Auto oder Flugzeug. Energieeffiziente Hotelanlagen mit Ökostrom schützen das Klima und sind gut für ihre Tourismusregion. Denn die Folgen des Klimawandels, wie Hoch- oder Niedrigwasser, bedeuten erhebliche Umsatzeinbußen. Wo der Tourismus die einzige Einnahmequelle ist, trifft es die Menschen besonders hart. Damit die Verantwortlichen vor Ort gute Lösungen zur Klimaanpassung finden, steht der Bund ihnen mit Beratungsangeboten und Fördermitteln für Projekte oder Anpassungsmanager*innen zur Seite.
Wie beim Klimaschutz dürfen wir bei der Klimaanpassung keine Zeit mehr verlieren. Das gilt auch für die Tourismusregionen. Sie müssen ihre Geschäftsmodelle verändern – hin zu klimaverträglichem Tourismus und zu Angeboten, die auch zukünftig für die Regionen funktionieren. Die heutigen Auswirkungen des Klimawandels machten deutlich: Die Tourismusdestinationen müssen schnell Strategien und Konzepte entwickeln, um sie gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähig aufzustellen.
Belastungen der Umwelt durch den Tourismus sind vielfältig. Dazu zählen klimaschädliche Emissionen durch den Reiseverkehr, der Verbrauch von Wasser, Flächen und Gütern sowie das Abfallaufkommen und der Verlust der Biodiversität. 40 Prozent der Treibhausgasemissionen im Tourismus entfallen auf Flugreisen, 32 Prozent auf den Autoverkehr und 21 Prozent auf die Unterkünfte.
Regionale Auswirkungen und Anpassungsmaßnahmen
Die deutschen Reiseregionen sind unterschiedlich von den Folgen des Klimawandels betroffen. In den Bergen nimmt die Schneesicherheit ab, während an der Küste der Küstenschutz an Bedeutung gewinnt. Regionen mit Flüssen haben mit Hoch- und Niedrigwasser zu kämpfen, was Flusskreuzfahrten, Fährbetrieb und Wassersportaktivitäten beeinträchtigt. Häufigere Überschwemmungen gefährden zudem Aktivitäten im Uferbereich wie Beherbergung, Gastronomie sowie Rad- und Wandertourismus.
Tourismusregionen können sich anpassen, indem sie ein breites Spektrum an witterungsunabhängigen Reiseaktivitäten anbieten und bewerben. Zudem ist es wichtig, sich auf kurzfristige Extremwetterereignisse einzustellen. Dies beinhaltet die Anpassung bestehender Evakuierungs- und Krisenkommunikationspläne sowie die Schulung des Personals.
Die Rahmenbedingungen für den Tourismus unterscheiden sich je nach Reisegebiet, weshalb Lösungen regional angepasst werden müssen. Dabei spielen geografische und klimatische Gegebenheiten sowie die Angebotsstruktur am Reiseziel eine Rolle. Die Autoren der Studie nennen eine Reihe von Vorsorgemaßnahmen, die alle Tourismusregionen treffen sollten:
- Gefährdete Gebiete lokalisieren und beobachten.
- Gäste und Personal informieren und konkrete Verhaltenshinweise geben.
- Infrastrukturen an die jeweiligen Risiken anpassen.
- Bei Bedarf Besucherlenkung zur Reduzierung von Risiken einsetzen.
