E-Mobilität im Fokus auf Schloss Filseck
Im Innenhof von Schloss Filseck präsentierte Staufen Baumaschinen aktuelle Baumaschinen von JCB sowie Produkte von Avant und Hydrema. Im Mittelpunkt stand die E-Mobilität – verbunden mit der Forderung nach besseren Förderbedingungen für elektrisch betriebene Maschinen im Baustelleneinsatz. Zahlreiche Fachbesucher aus Bauwirtschaft und Kommunen nutzten die Gelegenheit zum direkten Vergleich.
Während Elektrofahrzeuge staatlich gefördert werden, bleiben E-Baumaschinen für Baustellen bislang außen vor. Gefördert werden sie nur, wenn sie keine Straßenzulassung besitzen und ausschließlich auf dem eigenen Firmengelände eingesetzt werden. Diese Einschränkung sorgt in der Branche für deutliche Kritik.
"Die Richtlinien sind absolut kontraproduktiv und nicht umweltfreundlich. Das ist ein absolutes K.-o.-Kriterium."
Sascha Jakobi von der easysub plus GmbH verweist darauf, dass sich viele Bauunternehmer deshalb weiterhin für Dieselmaschinen entscheiden. Auch Gerhard Vollmer, geschäftsführender Gesellschafter von Staufen Baumaschinen, bestätigt diese Entwicklung. Da E-Maschinen in der Anschaffung etwa doppelt so teuer seien wie vergleichbare Dieselgeräte, spielten sie im Verkauf bisher nur eine geringe Rolle. In der Vermietung hingegen steige die Nachfrage deutlich.
Elektrische Maschinen bis 5,2 Tonnen im Praxistest
Als besonders interessant erwiesen sich der vollelektrische JCB-Minibagger 19C-1 E-TEC mit 1,9 t Betriebsgewicht sowie der elektrische JCB-Kompakt-Teleskoplader 525-60E. Der 5,2-Tonner bietet eine Tragfähigkeit von 2,5 t und eine Hubhöhe von bis zu 6 m. Je nach Ausstattung ist eine vollständige Aufladung innerhalb einer Stunde möglich.
Ebenfalls stark nachgefragt waren die elektrischen Avant-Multifunktionslader E5 (1,6 t, 900 kg Hubkraft) und E6 (1,4 t, 760 kg Hubkraft). Auch die Hubarbeitsbühne Leguan 190, wahlweise mit Elektro- oder Dieselantrieb, wurde intensiv getestet. Die Einhebelbedienung und die Arbeitshöhe von bis zu 19 m überzeugten insbesondere bei Anwendungen im Abbruch- und Pflegebereich.
Breites JCB-Portfolio von 2,6 bis 28 Tonnen
Den Ausstellungsschwerpunkt bildeten konventionell angetriebene JCB-Maschinen. Gezeigt wurden unter anderem der 2,6-Tonnen-Radlader 403 sowie die 3,5-Tonnen-Minibagger 35Z-1 und 36C-1, die ohne Abgasnachbehandlung oder Abgasrückführung auskommen. Hinzu kamen die Stufe-V-Kompaktradlader 407 und 409 mit 5 bzw. 6 t Betriebsgewicht.
Im oberen Segment reichte das Spektrum bis zum rotierenden Teleskoplader 555-210R mit 20,5 m Hubhöhe, dem Hydradig 110W (11,5 t) und dem 28-Tonnen-Kettenbagger 245 XR mit reduziertem Hecküberstand. Trotz kompakter Bauweise bietet er volles Leistungsniveau und großzügige Kabinenverhältnisse. JCB setzt bei zentralen Komponenten mit einer Fertigungstiefe von 60 bis 70 Prozent verstärkt auf Eigenproduktion, insbesondere bei Motoren und Kabinen.
Avant und Hydrema für Kommunal- und Spezialanwendungen
Avant zeigte neben dem 1,5-Tonnen-Radlader 635 mit 1,1 t Hubkraft auch das Flaggschiff 860i. Der 2,5-Tonner erreicht 1,9 t Hubkraft, 3,5 m Hubhöhe und bis zu 30 km/h Fahrgeschwindigkeit. Die vielseitigen Anbaugeräte machen die Maschinen besonders für den kommunalen Einsatz attraktiv.
Hydrema ergänzte das Programm mit den knickgelenkten Muldenkippern 707 G (7 t) und 912 (10 t) sowie den Citybaggern MX 17 und MX 18. Die 18-Tonner kombinieren kurze Heckschwenkradien mit hoher Leistungsfähigkeit – ein Vorteil auf beengten Baustellen.
Staufen Baumaschinen, 1984 gegründet, erzielt mit rund 60 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von 24 Millionen Euro. Dank vorausschauender Disposition sind die Lieferzeiten deutlich kürzer als im Branchenschnitt. Trotz Pandemie konnte das Unternehmen seinen Umsatz kontinuierlich steigern.

