Natursteinarbeiten für den Showgarden auf der Chelsea Flower Show
Die Inhaberinnen des Landschaftsarchitekturbüros Land-Art, Gabriella Pape und Isabell van Groeningen, setzten bei der Umsetzung ihres Beitrags „The Daily Telegraph Garden“ auf der renommierten Chelsea Flower Show auf die Fachkompetenz von Raimund Reichle. Der bayerische GaLaBau-Meister übernahm die Verantwortung für sämtliche Natursteinarbeiten und wurde frühzeitig in die Planung eingebunden.
Materialauswahl und Vorbereitung
Bereits im Januar begutachteten Gabriella Pape und Raimund Reichle gemeinsam geeignete Natursteine bei schwäbischen Natursteinhändlern. Die Wahl fiel schließlich auf ein Porphyrmosaik 4/6 sowie passende Boden- und Abdeckplatten und massive Blockstufen. Diese Materialien sollten den gestalterischen Anspruch des Showgardens unterstreichen und zugleich eine hochwertige handwerkliche Ausführung ermöglichen.
Vom 5. bis 19. Mai war Reichles gesamtes Fachwissen vor Ort in London gefragt. Unter enormem Zeitdruck entstand der Garten direkt auf dem Ausstellungsgelände, wobei die Abläufe klar auf Effizienz und optische Wirkung ausgerichtet waren.
Arbeiten unter besonderen Rahmenbedingungen
„Obwohl hier auf höchstem Niveau und unter extremen Zeitdruck gearbeitet wurde, kam nie Hektik auf. Die britische Gelassenheit hat mir sehr imponiert.“
Gleichzeitig bedeutete das Projekt für den erfahrenen Handwerker ein Umdenken. Die Chelsea Flower Show ist eine temporäre Veranstaltung, bei der ausschließlich die visuelle Wirkung zählt. Nachhaltige Bauweisen, Normen oder langfristige Nutzbarkeit treten in den Hintergrund.
„Die Optik alleine zählt. Es muss alles nur diese fünf Tage halten. Das Ziel wird manchmal mit den verrücktesten Lösungen erreicht. Fachlichkeit, DIN Normen oder EU-Richtlinien stehen ganz hinten an. Das war für mich als GaLaBau-Meister schon eine gewaltige Umstellung, ein Bauvorhaben mal nicht von der ökonomischen Seite zu betrachten.“
Gefragter Ansprechpartner im Bauprozess
Nachdem die Natursteinarbeiten fristgerecht und zur Zufriedenheit der Planerinnen abgeschlossen waren, wurde Reichle auch bei zahlreichen Detailfragen hinzugezogen. Sein handwerklicher Rat war bei unterschiedlichen Projektschritten gefragt, was seine hohe Anerkennung im internationalen Team unterstrich.
Als besonderen Höhepunkt empfand er die abschließenden Pflanzarbeiten. Auf engstem Raum wurden große Mengen an Stauden gesetzt, um die für englische Gärten typische Üppigkeit zu erzeugen.
„Das kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Wir haben auf kleinstem Raum Unmengen von Stauden gepflanzt, fast schon übereinander, um diese unglaubliche Üppigkeit herzustellen. Die Pflanzdichte lag zwischen 20 und 50 Stück pro m².“
Internationale Anerkennung und Ausblick
Zum Abschluss erhielt der Bayer eine besondere Geste der Wertschätzung von seinen britischen Kollegen: eine Teetasse mit dem Bild der Queen sowie eine kurze Arbeitshose in den englischen Nationalfarben. Nach 14 intensiven Tagen ging für ihn ein lang gehegter Traum in Erfüllung.
Sein persönliches Fazit verbindet zwei Gartenkulturen: die englische Pflanzenleidenschaft mit deutscher Präzision.
„Es wäre mir ein Anliegen, die englische Gartenkunst, das Gefühl für Pflanzen, die Freude am Farbenspiel mit der deutschen Gründlichkeit zu vereinen.“
Eine Fortsetzung scheint bereits gesichert, denn Land-Art hat Reichle erneut zur Chelsea Flower Show 2008 eingeladen. Auch Markus Pfalzer, Hauptgeschäftsführer der Hermann Kutter GmbH & Co. KG, zieht ein positives Resümee.
„Einerseits werden sicher viele Mitarbeiter unseres Unternehmens von den Erfahrungen, die Reimund Reichle in London gesammelt hat, profitieren. Andererseits kann es einem GaLaBau-Betrieb mit über 100 Beschäftigten nicht schaden, internationale Kontakte zu pflegen. Der krönende Abschluss unserer internationalen, dass ‘The Daily Telegraph Garden’ in der Kategorie Showgarden eine Silbermedaille gewonnen hat.“
