Beetpflanzen und Gehölze

Eine Raupe Nimmersatt - der Buchsbaumzünsler

29.06.2018

Der eingeschleppte Buchsbaumzünsler setzt seit Jahren Buchsbeständen massiv zu. Regelmäßige Kontrollen und gezielte biologische Maßnahmen sind entscheidend, um Schäden im Garten- und Landschaftsbau zu begrenzen.

Buchsbaumzünsler bedroht traditionelle Gartenpflanze

Der Buchsbaum gilt seit Jahrhunderten als robustes und vielseitiges Gestaltungselement in privaten Gärten und öffentlichen Parks. Seit rund zehn Jahren setzt ihm jedoch der aus Ostasien eingeschleppte Buchsbaumzünsler massiv zu. Der Kleinschmetterling wurde vermutlich über Pflanzenimporte nach Europa gebracht und breitet sich mangels natürlicher Gegenspieler rasant aus.

Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau bedeutet der Schädling erhöhten Pflegeaufwand und erhebliche Substanzverluste bei Beständen. Stark befallene Pflanzen können vollständig entlaubt werden und im Extremfall absterben.

Biologie und Schadbild

Der nachtaktive Falter ist weißlich gefärbt und besitzt einen dunklen Flügelrand. Die erwachsenen Tiere leben nur wenige Tage, legen in dieser Zeit jedoch ihre Eier an den Triebspitzen von Buchsbäumen ab. Bei günstiger Witterung entwickeln sich zwei bis drei Generationen pro Jahr.

Die grün-schwarz gezeichneten Raupen mit schwarzem Kopf fressen zunächst an der Blattunterseite, später komplette Blätter bis hin zur Rinde. Gespinste im Inneren der Pflanzen sowie Kotkrümel am Boden sind typische Befallsanzeichen. Die letzte Generation überwintert in Kokons und schlüpft früh im Folgejahr.

Früherkennung und mechanische Maßnahmen

Regelmäßige und gründliche Kontrollen ab Mitte März sind entscheidend. Insbesondere das Pflanzeninnere sollte überprüft werden. Pheromonfallen helfen, Flugzeiten der Falter und damit den optimalen Zeitpunkt für Gegenmaßnahmen zu bestimmen.

Bei geringem Befall können betroffene Triebspitzen entfernt, Gespinste ausgeschnitten und Raupen abgesammelt oder mit Hochdruck entfernt werden. Wichtig ist eine fachgerechte Entsorgung: Befallenes Material darf nicht auf Kompost, in die Biotonne oder zu Grünschnitt-Sammelplätzen gelangen, da sich die Tiere dort weiterentwickeln können.

Biologische Bekämpfung

Zur gezielten Bekämpfung der Jungraupen haben sich biologische Präparate bewährt. Wirkstoffe wie Neem beziehungsweise Azadirachtin sowie Bacillus thuringiensis führen bei sachgerechter Anwendung zu Fraßstopp und Absterben der Raupenstadien.

Nach Beobachtungen könnten zudem heimische Nützlinge wie Haussperlinge oder Feldwespen künftig eine stärkere Rolle spielen. Die Förderung natürlicher Gegenspieler in privaten Gärten und öffentlichen Grünräumen bleibt daher ein wichtiger Baustein im integrierten Pflanzenschutz.

Eine Fachveranstaltung zum Thema „Schädlinge und Krankheiten biologisch bekämpfen“ findet am 16. Juli 2018 von 14:30 bis 16:00 Uhr in der Garten Tulln statt.

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