Produktion und Auftragseingänge im Aufwind
Der Teilindex Produktion erhöhte sich um 4,1 auf 54,3 Punkte. Besonders Hersteller von Investitionsgütern verzeichneten deutliche Zuwächse. Über alle Branchen hinweg, sowohl bei Global Playern als auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), wurde das höchste Auftragsplus seit März 2008 registriert. Diese positive Entwicklung resultierte aus einer gestiegenen Nachfrage im In- und Ausland, wodurch Unternehmen sowohl Bestandskunden binden als auch Neukunden gewinnen konnten.
Die Einkaufspreise für Vormaterialien sanken weiterhin, was vielen Firmen Preisnachlässe bei Lieferanten ermöglichte. Allerdings dämpften steigende Ölpreise den Rückgang der Einkaufspreise erheblich. Im Gegensatz dazu reduzierten Industriebetriebe ihre Verkaufspreise aufgrund des anhaltend starken Wettbewerbsdrucks.
Trotz einer instabilen Nachfrage bauten die Unternehmen Arbeitsplätze in geringerem Umfang ab als in den Vormonaten. Zum elften Mal in Folge wurden die Vormateriallagerbestände aufgrund niedriger Kapazitätsauslastung reduziert. Lieferanten setzten ihre Kurzarbeitsprogramme fort. Erstmals seit August 2008 verlängerten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten.
Der Markit/BME Einkaufsmanager-Index im Detail
Der Markit/BME Einkaufsmanager-Index (EMI) dient als monatlicher Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Er wird seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) veröffentlicht. Die Erstellung erfolgt durch die britische Forschungsgruppe Markit Economics. Der Index basiert auf einer Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ nach Branche, Größe und Region ausgewählt werden. Der EMI orientiert sich am US-Purchasing Manager’s Index (PMI).