Naturschutz

ELCA fordert Überarbeitung der Verbotsliste invasiver Arten

Der Europäische Verband der Landschaftsgärtner (ELCA) begrüßt die Ablehnung des Entwurfs einer Liste invasiver Arten durch das Europäische Parlament. ELCA fordert eine Überarbeitung der Liste, um regionale Besonderheiten zu berücksichtigen und eine effektive Eindämmung zu gewährleisten.

Kritik an der aktuellen Liste und Forderung nach Anpassung

Ich begrüße das klare Signal, das das Parlament mit seiner Resolution an die Kommission und den Rat gesendet hat. Die vorgeschlagene Liste ist nicht nur zu kurz. Ihre Zusammensetzung erscheint auch willkürlich, weil Pflanzen enthalten sind, die vor allem in klimatisch trockenen (Rand-) Gebieten Europas vorkommen und die in einigen europäischen Regionen nur wenig relevant sind. ELCA befürwortet zwar eine europäische Regelung zu diesem Thema, da invasive Pflanzen sich nicht von Landesgrenzen aufhalten lassen. Die Verbotsliste muss aber erweitert und an regionale Besonderheiten angepasst werden.

Dies erklärte ELCA-Vizepräsident Lutze von Wurmb. Die Landschaftsgärtner hatten sich bereits im Vorfeld an die Europäische Kommission und Europaabgeordnete gewandt und konkrete Vorschläge zur Erweiterung der Liste unterbreitet.

Ich freue mich, dass nach dem Umweltausschuss nun auch das gesamte Parlament die Kritik der Landschaftsgärtner so deutlich aufgenommen hat. Die Kommission und die Mitgliedstaaten müssen nun dringend nachbessern. Für eine effektive Eindämmung invasiver Arten brauchen wir jetzt eine pragmatische Lösung, die auch bereits verbreitete Pflanzen umfasst.

Dies forderte Thomas Krämer, Referent für Europapolitik beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

Hintergrund der EU-Verordnung zur Bekämpfung invasiver Arten

Die Europäische Union beabsichtigt mit der Verordnung (EU) 1143/2014 die Bekämpfung invasiver Arten. Darunter fallen gebietsfremde Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, die beispielsweise durch den globalen Warenverkehr oder Fernreisen nach Europa gelangen. Zum Schutz heimischer Arten und bestehender Ökosysteme vor Schäden durch die massenhafte Vermehrung invasiver Arten sieht die Verordnung unter anderem Einfuhrverbote in die Europäische Union vor.

22.12.2015

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