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EMI erreicht im Dezember neuen Rekordwert von 63,3 Punkten

Die deutsche Industrie verzeichnete im Dezember ein starkes Wachstum und übertraf mit einem EMI von 63,3 Punkten den bisherigen Rekordwert. Trotz positiver Entwicklung gibt es Bedenken hinsichtlich hoher Einkaufspreise und Kapazitätsbeschränkungen.

Deutsches Industiewachstum übertrifft Erwartungen

Die deutsche Industrie verzeichnete im Dezember ein starkes Wachstum, das durch eine deutliche Ausweitung der Produktion und einen hohen Zuwachs bei den Exportaufträgen gekennzeichnet war. Der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) stieg um 0,8 Punkte auf ein neues Allzeithoch von 63,3. Damit wurde der bisherige Rekordwert von 62,7 Punkten aus dem Februar 2011 übertroffen.

Der PMI-Hauptindex fasst die Ergebnisse der monatlichen Umfrage zur Wirtschaftslage der deutschen Industrie zusammen. Werte über 50 signalisieren Wachstum im Vergleich zum Vormonat, während Werte unter 50 eine Schrumpfung anzeigen. Ein Index von 50 deutet auf keine Veränderung hin.

Die EMI-Dezember-Daten sind ein Beweis für die robuste Verfassung der deutschen Industrieunternehmen. Weiter steigende Auftragseingänge, der schwunghafte Stellenaufbau sowie die positiven Geschäftsaussichten der meisten Firmen lassen uns optimistisch ins erste Quartal des neuen Jahres blicken.

Dies betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Gleichzeitig äußerte der BME Bedenken hinsichtlich der anhaltend hohen Einkaufspreise, die auf stetig teurer werdende Rohstoffe zurückzuführen sind.

Herausforderungen trotz positiver Entwicklung

Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, kommentierte die aktuellen EMI-Daten ebenfalls. Sie wies darauf hin, dass die aktuelle Lage der deutschen Industrie zwar fulminant sei, jedoch Kapazitätsbeschränkungen die Entwicklung hemmen könnten. Lieferverzögerungen und Engpässe bei Rohstoffen seien vermehrt zu beobachten.

Da liegen Preiserhöhungen in der Luft. Dies gilt sowohl für Güter als auch die Arbeitskräfte, denn der Arbeitskräftemangel wird deutlicher. Entsprechend rechnen wir in diesem Jahr auch mit einem Anstieg der Inflationsraten, insbesondere der Kernraten. Von unerwünscht niedriger Inflation, so wie es die EZB noch vor einiger Zeit bezeichnete, kann keine Rede mehr sein.

Für das Jahr 2018 erwartet Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, eine gute Ausgangslage, jedoch möglicherweise weniger euphorische Erfolgsmeldungen als im Vorjahr. Er nannte Zinsanstieg, Kapazitätsbeschränkungen und geopolitische Spannungen als potenzielle Problemfelder.

Sophia Krietenbrink, DIHK-Konjunkturexpertin, ergänzte, dass die Industriebetriebe von einer hohen Nachfrage profitierten, insbesondere durch gestiegenes Investitionsvertrauen im In- und Ausland. Allerdings könnten Kapazitätsengpässe in der Verkehrswirtschaft und der Fachkräftemangel zu längeren Lieferzeiten führen und somit die positive Entwicklung beeinträchtigen.

Verbesserte Geschäftsaussichten

Nach einem Tief im November verbesserten sich die Geschäftsaussichten der deutschen Industrie im Dezember wieder und erreichten den optimistischsten Stand seit Juni 2017. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem dritthöchsten Wert seit Beginn der Erhebung dieser Daten Mitte 2012.

Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) wird seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) veröffentlicht. Er wird von IHS Markit erstellt und basiert auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland. Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).

04.01.2018

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