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EMI erreicht Viermonatshoch zum Jahresende 2015

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) erreichte im Dezember 2015 ein Viermonatshoch von 53,2 Punkten. Dieser Anstieg deutet auf einen deutlichen Schub für die deutsche Wirtschaft hin, insbesondere durch das höchste Plus beim Auftragseingang seit fast zwei Jahren.

Robuster Aufschwung und sinkende Beschaffungspreise

Der Aufschwung ist robust. Für seine Nachhaltigkeit spricht, dass der EMI bereits seit 13 Monaten über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt.

Dies betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Positiv für Einkäufer war zudem der anhaltende Preisverfall bei wichtigen Industrierohstoffen, der die durchschnittlichen Beschaffungspreise im Dezember 2015 sinken ließ.

Ausblick auf 2016 und Wachstumstreiber

Laut Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, setzt sich die Dynamik in der deutschen Industrie 2016 fort. Sie erwartet zwar keine großen Sprünge, hält aber ein Wachstum von 1,7 Prozent für realistisch. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der private Konsum und nicht Investitionen oder Exporte die Hauptwachstumsmotoren darstellen.

Nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin kommen Anreize für Unternehmen weder von der Fiskal- noch von der Geldpolitik.

Mit den extrem niedrigen bzw. teilweise negativen Zinsen liefert die EZB nämlich keine ökonomische Stimulanz, sondern trägt zur Verunsicherung bei den Investitionen bei.

Solide Datenlage trotz Konjunkturängsten

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, sieht die Daten für die deutsche Wirtschaft als solide an, auch wenn an den Aktienmärkten weiterhin Konjunkturängste bestehen. Im Dezember 2015 erholten sich die Aufträge aus dem Ausland wieder, zusätzlich zur weiterhin guten Lage in Euroland. Die deutsche Exportwirtschaft sei breit aufgestellt und könne regionale Schwächen ausgleichen. In einigen Segmenten, wie etwa bei Konsumgütern, laufe es Kater zufolge sogar in China nicht schlecht.

Herausforderungen für Export und Investitionen

Dr. Dirk Schlotböller, DIHK-Konjunkturexperte, kommentierte die EMI-Daten wie folgt:

Der Aufwärtstrend hat sich in einem schwierigen Umfeld gefestigt. Für ein kräftiges Wachstum fehlen allerdings derzeit die Treiber bei Export und Investitionen.

Insbesondere der langjährige Motor China bereite vielen Exportbetrieben derzeit Sorgen.

Hintergrund des EMI

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) bietet einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Er wird seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) veröffentlicht. Die Erstellung erfolgt durch die britische Forschungsgruppe Markit Economics. Der Index basiert auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland, die nach Branche, Größe und Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt werden. Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (Markit U.S.-PMI).

05.01.2016

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