Allgemeines, Be- und Entwässerung, Wassermanagement

Qualitätsanforderungen an Unternehmen im Bereich Grundstücksentwässerung

Umfragen zeigen erheblichen Sanierungsbedarf bei Grundstücksentwässerungen, oft durch mangelhafte Ausführung. Städte suchen nach Wegen, die Qualität zu sichern, da ein einheitlicher Anforderungskatalog fehlt. Ein neues Merkblatt soll hier Abhilfe schaffen.

Herausforderungen und Sanierungsbedarf in der Grundstücksentwässerung

Umfragen zum Zustand öffentlicher Abwasseranlagen und Inspektionsergebnisse privater Systeme deuten auf einen erheblichen Sanierungsbedarf im Bereich der Grundstücksentwässerung hin. Dieser Bedarf scheint größer zu sein als bei öffentlichen Abwasserkanälen.

Häufige Schadensursachen sind mangelhafte Ausführungen durch unzureichend qualifizierte Unternehmen sowie eine fehlende Überwachung der Arbeiten. Undichte Anschlusskanäle und Grundleitungen können bei Rückstau Abwasser austreten lassen, was zu Boden- oder Grundwasserverunreinigungen führen kann. Zudem können Infiltration von Grundwasser und Fehlanschlüsse erhebliche Fremdwassermengen in die Abwasseranlage eintragen und die Abwasserreinigung beeinträchtigen. Die für den Vollzug von Gesetzen und Verordnungen zuständigen Stellen, mit Ausnahme Bayerns, ziehen sich zunehmend aus der Genehmigung, Überwachung und Abnahme von Grundstücksentwässerungen zurück.

Spezifische Anforderungen und Handlungsempfehlungen

Einige Städte versuchen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie besondere Anforderungen an die Eignung von Unternehmen stellen, die im Bereich der Grundstücksentwässerung tätig sind. Aktuelle Satzungen deutscher Städte enthalten jedoch oft nur allgemein gehaltene qualitätsorientierte Hinweise zur Herstellung, Erweiterung und Unterhaltung von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungen. Ein einheitlicher, differenzierter Anforderungskatalog zur Feststellung der Qualifikation von Unternehmen in diesem Bereich existiert derzeit nicht.

Grundstücksentwässerungen weisen zahlreiche Besonderheiten und Unterschiede zu öffentlichen Abwasseranlagen auf. Die bestehenden Anforderungskataloge für im öffentlichen Bereich tätige Unternehmen sind nicht direkt auf den privaten Bereich übertragbar. Daher werden die spezifischen Belange der Grundstücksentwässerung in einem eigenen Merkblatt behandelt. Dieses Merkblatt umfasst die Themen „Ausführungsbereiche Grundstücksentwässerungen“, „Allgemeine und zusätzliche Anforderungen an Unternehmen“ sowie „Rechtliche und praktische Möglichkeiten zur Einführung einer Fachunternehmenspflicht“ und bietet Handlungsempfehlungen für Städte und Gemeinden.

Frist zur Stellungnahme

Das Merkblatt steht bis zum 31. März 2009 zur öffentlichen Diskussion. Stellungnahmen können schriftlich, vorzugsweise in digitaler Form, bei der DWA-Bundesgeschäftsstelle eingereicht werden.

20.12.2008

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA)

Theodor-Heuss-Allee 17
53773Hennef
Deutschland

Tel.:+49 2242 872-333
Fax:+49 2242 872-100

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