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Geothermie im Gartenbau: Paprikaproduzent setzt auf Erdwärme

Ein Paprikaproduzent in Grubbenvorst setzt auf Geothermie zur Wärmeversorgung seiner Gewächshäuser. Das Projekt wird vom niederländischen Staat gefördert und soll den Rohstoffverbrauch reduzieren. Es ist Teil des Interreg-Projekts „Energie ohne Grenzen“.

Nachhaltigkeit durch Erdwärme im Gewächshauspark

Die Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Produkten nimmt zu. Konsumenten berücksichtigen zunehmend die Produktionsbedingungen, den Klimaschutz und den Einsatz erneuerbarer Energien bei ihrer Kaufentscheidung. Diese Entwicklung hat auch Pieter Wijnen, ein Paprikaproduzent, beobachtet.

Gemeinsam mit seinem Bruder Twan setzt er im Gewächshauspark Californië in Grubbenvorst auf Geothermie zur Wärmeversorgung. Auf einer Fläche von 32 Hektar werden dort seit 2008 Paprikas in vier Farben angebaut. Zukünftig sollen weitere Gewächshäuser mit Erdwärme beheizt werden.

Die Nutzung von Erdwärme zur Beheizung der Gewächshäuser ist ein zentraler Bestandteil des Vorhabens. Zu Beginn des Projekts waren die erforderlichen Bohrtiefen in der Region unbekannt, da entsprechende Untersuchungen fehlten. Pieter Wijnen initiierte daraufhin Voruntersuchungen.

Wir haben daraufhin die Voruntersuchungen in Auftrag gegeben, die ersten Gutachten sind fertig – und nun gehen wir davon aus, dass wir im September mit den Bohrungen beginnen können.

Das Projekt wird vom niederländischen Staat gefördert. Die Bohrungen, die voraussichtlich vier bis fünf Monate dauern und eine Tiefe von rund 2500 Metern erreichen sollen, umfassen zwei Bohrlöcher. Durch das eine wird erhitztes Trägermedium an die Oberfläche gefördert, durch das andere die abgekühlte Flüssigkeit zurückgeführt.

Ziel ist es, den Rohstoffverbrauch zu reduzieren und somit Klima und Umwelt zu entlasten. Langfristig soll dies auch dem Unternehmen zugutekommen.

Wir wollen hier in der Region einen konkreten Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten und zeigen, dass sich Ökologie und Ökonomie nicht ausschließen. Und wir hoffen, dass andere diesem Beispiel folgen und ebenfalls auf erneuerbare Energien setzen.

Interreg-Projekt „Energie ohne Grenzen“ fördert nachhaltige Entwicklung

Das Interreg-Projekt „Energie ohne Grenzen“ fördert das regenerative Ressourcenmanagement in der niederländisch-deutschen Grenzregion zwischen der Regio Venlo, Geldern und Straelen. Es zielt darauf ab, die nachhaltige Energieversorgung durch konkrete Ideen und die effiziente Nutzung bestehender Potenziale voranzutreiben.

Die Einbindung bereits engagierter Unternehmer wie Pieter Wijnen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres grenzübergreifenden Projekts. Hier in der Region tut sich schon einiges in Sachen erneuerbaren Energien – in Kommunen und Privathaushalten, aber auch bei den Unternehmern. Diese Kompetenzen wollen wir bündeln und weiter ausbauen. Dafür benötigen wir auch die Erfahrungen und Ideen der einzelnen Akteure.

Im Rahmen des Projekts besuchten Gutachter, die verschiedene Wege nachhaltigen Ressourcenmanagements analysieren, den Betrieb in Californië und befragten Pieter Wijnen zu seinem Vorhaben.

Wir befinden uns natürlich noch am Anfang. Doch wir sind überzeugt, dass wir hier in die Zukunft investieren.

Hintergrund des Projekts „Energie ohne Grenzen“: Grenzüberschreitendes Ressourcenmanagement

Das INTERREG IV A-Projekt „Energie ohne Grenzen“ konzentriert sich auf grenzüberschreitendes Ressourcenmanagement zur Förderung der nachhaltigen Energieversorgung in der deutsch-niederländischen Grenzregion (Geldern, Straelen, Venlo). Es befasst sich mit dem Potenzial erneuerbarer Energien und deren effizienter Nutzung.

Getragen wird das Projekt von den deutschen Städten Geldern und Straelen, den niederländischen Gemeinden Peel en Maas und Venray, der Regio Venlo sowie der bhu Unternehmensberatung. Im Fokus stehen praktische Projekte und Kooperationen zur Untersuchung verschiedener Optionen erneuerbarer Energieressourcen. Eine umfassende Potenzialstudie und drei Pilotprojekte in Geldern, Venray und Peel en Maas wurden bereits initiiert.

04.08.2011

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