Die Grüne Stadt

Dachgärten: Exotische Ernten und urbane Selbstversorgung

Florian Demling von der LWG erntet exotische Pflanzen auf Dachgärten. Von runden Karotten bis Okra – urbane Selbstversorgung trifft auf Klimaschutz. Erfahren Sie, wie Dachbegrünung das Mikroklima verbessert und welche Voraussetzungen für den Anbau in der Höhe nötig sind.

Vielfalt auf dem Dach: Runde Karotten und exotische Sorten

In Florian Demlings Dachgarten finden sich ungewöhnliche Pflanzenformen, wie runde Karotten. Dies ist auf den geringen Bodenaufbau von nur acht Zentimetern zurückzuführen. Neben heimischen Pflanzen gedeihen dort auch exotische Sorten. Ein Beispiel ist Okra, auch bekannt als Ägyptische Bohne, Grünschnabel, Ladyfinger oder Rosenapfel. Diese kleine grüne Schote ist in asiatischen Ländern, Afrika und Mexiko verbreitet und gewinnt als kalorienarmer Vitaminspender auch in deutschen Küchen an Bedeutung.

Urbane Gärtner aus fremden Regionen vermissen hierzulande immer wieder ihre heimischen Produkte. In unserer ´Asiatischen Gemüsemischung´ haben wir deshalb einfach mal Okra ausprobiert.

So Demling. Die Okra hat sich auf dem Dach gut entwickelt und konnte bis Mitte Oktober regelmäßig geerntet werden.

Dachbegrünung: Mehr als nur Nutzpflanzen

Seit 2014 kultiviert der „Grüne Dachgestalter“ vom LWG-Institut Stadtgrün und Landschaftsbau verschiedene Gemüsesorten auf Dachflächen in Veitshöchheim und Würzburg. Die Basis bilden Wurzelschutz, Schutzvlies und handelsübliches Dachsubstrat. Der studierte Gartenbauingenieur verbindet mit diesen grünen Oasen die Möglichkeit zur Selbstversorgung und den Umwelt- und Klimaschutz.

Mit dem Anbau auf dem Dach wird man nicht nur zum Selbstversorger, sondern auch zum Umwelt- und Klimaschützer.

Dies betont Demling. Begrünte Fassaden und Dachflächen tragen zur Flächenentsiegelung bei, bieten in der kalten Jahreszeit eine natürliche Wärmedämmung und verbessern durch ihre Verdunstungsleistung in den Sommermonaten das Mikroklima.

Erfolgreicher Anbau in der Höhe: Wichtige Voraussetzungen

Für den erfolgreichen Anbau in luftiger Höhe sind bestimmte Rahmenbedingungen zu beachten. Florian Demling weist darauf hin, dass das Gewicht des benötigten Substrats die Dachkonstruktion belasten kann. Eine Tragkraft von mindestens 80 Kilogramm pro Quadratmeter ist erforderlich. Auch die Bewässerung ist ein wichtiger Faktor. Verlegte Tropfschläuche ermöglichen eine vollautomatische und ressourcenschonende Bewässerung.

Dachgemüse kann auf verschiedenen Gebäudetypen angebaut werden, darunter Restaurants, Schulen und Supermärkte. Dies erfordert jedoch ein Umdenken und eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekten und Fachleuten für Begrünung von Beginn an, um Gebäude und Grünflächen optimal zu integrieren.

19.10.2018

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