Allgemeines

Erzeugerpreise im Dezember 2021: Stärkster Anstieg seit 1949

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte verzeichneten im Dezember 2021 den höchsten Zuwachs seit 1949. Hauptursächlich für diese Entwicklung war die Preisentwicklung im Energiesektor, die maßgeblich zu einem Anstieg von 24,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat beitrug.

Energiepreise als Haupttreiber der Entwicklung

Die Energiepreise lagen im Dezember 2021 durchschnittlich 69,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber November 2021 erhöhten sich diese Preise um 15,7 %. Maßgeblich für den starken Anstieg der Energiepreise waren Erdgas in der Verteilung mit einem Plus von 121,9 % und elektrischer Strom mit einem Zuwachs von 74,3 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Erzeugerpreise im Dezember 2021 um 10,4 % im Vergleich zum Vorjahr und um 0,7 % gegenüber dem Vormonat.

Entwicklung bei Vorleistungsgütern

Vorleistungsgüter verteuerten sich im Dezember 2021 um 19,3 % gegenüber dem Vorjahr und um 0,9 % im Vergleich zum Vormonat. Den größten Einfluss auf diese Entwicklung hatten Metalle insgesamt mit einem Preisanstieg von 36,1 %. Innerhalb dieser Kategorie stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 54,4 %, während Nichteisenmetalle und deren Halbzeuge 24,5 % mehr kosteten.

Besonders hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr waren bei Sekundärrohstoffen (+69,1 %), Verpackungsmitteln aus Holz (+66,9 %) sowie Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (+63,5 %) zu verzeichnen. Letztere stiegen allein gegenüber November um 13,8 %. Nadelschnittholz war 61,5 % teurer als im Dezember 2020, wobei die Preise hier im Vormonatsvergleich den vierten Rückgang in Folge verzeichneten.

Wellpapier und Wellpappe verteuerten sich um 41,3 % gegenüber dem Vorjahr, Papier und Pappe um 30,3 %. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 26,8 % und für Getreidemehl um 21,5 %.

Verbrauchsgüter, Investitionsgüter und Gebrauchsgüter

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im Dezember 2021 um 4,7 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber November 2021 um 0,8 %. Nahrungsmittel waren 6,4 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark erhöhten sich die Preise für pflanzliche, nicht behandelte Öle (+54,5 %) und Butter (+48,1 %), wobei Butter im Vergleich zum Vormonat um 7,6 % teurer wurde. Rindfleisch kostete 18,8 % mehr und Kaffee 10,6 % mehr als im Dezember 2020.

Investitionsgüter, wie Maschinen und Fahrzeuge, verzeichneten einen Preisanstieg von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. Hier waren die größten Zuwächse bei Teilen und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen (+18,5 %) sowie bei Metallkonstruktionen (+17,9 %) zu beobachten.

Die Preise für Gebrauchsgüter stiegen im Dezember 2021 um 3,7 % im Vergleich zum Vorjahr, maßgeblich beeinflusst durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+4,9 %).

Jahresdurchschnittliche Entwicklung 2021

Im Jahresdurchschnitt 2021 stiegen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte um 10,5 % gegenüber dem Vorjahr 2020. Im Jahr 2020 waren sie noch um 1,0 % gegenüber 2019 gefallen. Die Energiepreise hatten aufgrund ihres hohen Wägungsanteils und des starken Preisanstiegs den größten Einfluss auf die durchschnittliche Veränderungsrate. Die Energiepreise stiegen im Jahresdurchschnitt um 24,8 % (2020 gegenüber 2019: -4,0 %). Erdgas war 41,7 % teurer als 2020, Mineralölerzeugnisse 27,6 % und elektrischer Strom 25,1 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise erhöhten sich die Erzeugerpreise 2021 um 6,1 % gegenüber dem Vorjahr (2020 gegenüber 2019: unverändert). Vorleistungsgüter waren 12,5 % teurer als 2020 (2020 gegenüber 2019: -1,5 %). Hier wirkte sich die Preisentwicklung für Metalle mit +25,4 % am stärksten aus. Metallische Sekundärrohstoffe waren im Jahresdurchschnitt sogar 69,3 % teurer als im Vorjahr. Gesägtes und gehobeltes Holz kostete 52,5 % mehr, Verpackungsmittel aus Holz 49,8 %. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 19,3 %.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Jahresdurchschnitt 2021 um 2,3 % höher als 2020, Investitionsgüter um 2,0 %. Verbrauchsgüter waren im Jahresdurchschnitt um 1,1 % teurer als 2020, ebenso wie Nahrungsmittel. Besonders stark stiegen die Preise für nicht behandelte pflanzliche Öle (+35,9 %). Butter kostete 17,6 % mehr als ein Jahr zuvor, Zucker 10,3 %. Im Gegensatz dazu sanken insbesondere die Preise für Schweinefleisch (-11,1 %).

20.01.2022

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