Vorläufige Daten und die Auswirkungen der Energiepreisbremsen
Die aktuellen Ergebnisse der Erzeugerpreisstatistik sind hinsichtlich der Entwicklung der Strom- und Gaspreise noch vorläufig. Dies liegt an der ab Januar 2023 geltenden, aber erst ab März 2023 umgesetzten Preisbremse für Strom und Gas. Die Berechnungen für Januar und Februar 2023 konnten die Auswirkungen dieser Preisbremsen noch nicht vollständig berücksichtigen, da die auskunftspflichtigen Unternehmen noch keine entsprechenden Daten liefern konnten. Eine Aktualisierung der vorläufigen Ergebnisse für Januar und Februar 2023 ist mit der Veröffentlichung der März-Zahlen vorgesehen.
Der Hauptgrund für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich ist weiterhin die Entwicklung der Energiepreise. Ihr hoher Anteil am Gesamtindex in Kombination mit außergewöhnlich hohen Preisveränderungen prägt das Gesamtbild. Darüber hinaus stiegen auch die Preise für Verbrauchsgüter, Vorleistungsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter deutlich an, teilweise als Folge der Energiepreissteigerungen. Auch der Rückgang des Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vormonat ist maßgeblich auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen.
Energiepreise: Starker Anstieg im Jahresvergleich, Rückgang im Monatsvergleich
Im Februar 2023 lagen die Energiepreise, ohne Berücksichtigung der Strom- und Gaspreisbremse, durchschnittlich 27,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Den größten Einfluss auf diese Veränderungsrate hatten die Preissteigerungen bei Erdgas in der Verteilung. Im Vergleich zum Vormonat Januar sanken die Energiepreise im Durchschnitt um 1,4 Prozent, ebenfalls hauptsächlich bedingt durch den Rückgang der Preise für Erdgas in der Verteilung.
Erdgas in der Verteilung verteuerte sich im Februar 2023 – noch ohne den Einfluss der Preisbremse – über alle Abnehmergruppen hinweg um 38,9 Prozent gegenüber Februar 2022. Für Handel und Gewerbe stiegen die Preise um 91,5 Prozent, für Wiederverkäufer um 40,2 Prozent. Industrieabnehmer zahlten 8,9 Prozent mehr, Kraftwerke 26,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Januar wurde Erdgas im Durchschnitt 4,2 Prozent günstiger.
Strom, ebenfalls ohne Berücksichtigung der Strompreisbremse, kostete im Februar 2023 über alle Abnehmergruppen hinweg 27,1 Prozent mehr als im Februar 2022. Gewerbliche Anlagen mit tarifgebundenen Verträgen verzeichneten einen Anstieg von 39,5 Prozent, private Haushalte von 38,2 Prozent. Für Weiterverteiler war Strom 37,0 Prozent teurer, für Sondervertragskunden 8,5 Prozent. Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise für elektrischen Strom im Februar 2023 über alle Abnehmergruppen um 2,5 Prozent.
Mineralölerzeugnisse waren im Februar 2023 um 5,1 Prozent teurer als im Vorjahr, sanken jedoch gegenüber Januar 2023 um 1,7 Prozent. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 8,3 Prozent im Jahresvergleich, sank aber um 7,3 Prozent gegenüber Januar 2023. Die Preise für Kraftstoffe stiegen um 3,5 Prozent im Jahresvergleich, fielen aber um 2,0 Prozent gegenüber Januar 2023. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise lagen die Erzeugerpreise im Februar 2023 um 10,2 Prozent höher als im Vorjahr und stiegen gegenüber Januar 2023 um 0,5 Prozent.
Preisentwicklung in weiteren Güterbereichen
Die Preise für Verbrauchsgüter erhöhten sich im Februar 2023 um 17,9 Prozent im Jahresvergleich und um 0,9 Prozent gegenüber Januar 2023. Nahrungsmittel waren 23,4 Prozent teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Zucker (+90,4 Prozent gegenüber Februar 2022, +11,3 Prozent gegenüber Januar 2023), Schweinefleisch (+58,9 Prozent) und verarbeitete Kartoffeln (+49,0 Prozent). Margarine und Nahrungsfette verteuerten sich um 38,9 Prozent, Milch um 30,3 Prozent und Kaffee um 16,7 Prozent. Lediglich Butter (-5,5 Prozent) und nicht behandelte pflanzliche Öle (-8,8 Prozent) waren günstiger als im Vorjahr.
Gebrauchsgüter kosteten im Februar 2023 10,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und stiegen gegenüber Januar 2023 um 0,2 Prozent. Dies war insbesondere auf die Preisentwicklung bei Möbeln (+12,1 Prozent gegenüber Februar 2022) zurückzuführen.
Bei den Vorleistungsgütern war im Februar 2023 ein Preisanstieg von 8,6 Prozent im Jahresvergleich zu verzeichnen, gegenüber dem Vormonat Januar stiegen die Preise geringfügig um 0,1 Prozent. Den größten Einfluss auf diese Entwicklung hatte die Preissteigerung bei Glas, Glaswaren, Keramik und verarbeiteten Steinen (+25,4 Prozent gegenüber Februar 2022).
Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln war 45,5 Prozent teurer als im Februar 2022, sank aber um 3,9 Prozent gegenüber Januar 2023. Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten kosteten 25,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, fielen aber um 10,3 Prozent gegenüber Januar 2023. Getreidemehl verteuerte sich um 33,8 Prozent. Die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen stiegen um 23,4 Prozent im Jahresvergleich. Metalle waren 3,2 Prozent teurer als im Februar 2022, sanken aber um 0,6 Prozent gegenüber Januar 2023. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 1,5 Prozent teurer, während Betonstahl in Stäben 8,2 Prozent weniger kostete als im Vorjahr. Deutlich niedriger als im Vorjahresmonat waren die Preise für gesägtes und gehobeltes Holz (-12,1 Prozent) sowie nichtmetallische Sekundärrohstoffe wie Papier (-44,7 Prozent).
Investitionsgüter verteuerten sich um 7,7 Prozent im Jahresvergleich und um 0,4 Prozent gegenüber Januar 2023. Den höchsten Einfluss auf diese Veränderungsrate hatten Preissteigerungen bei Maschinen (+9,4 Prozent), gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+5,6 Prozent). Besonders stark stiegen die Preise für rotierende Verdrängerpumpen für Flüssigkeiten (+20,2 Prozent) und Bodenbearbeitungsmaschinen (+18,8 Prozent).
