Branchenverbände

FGL Schleswig-Holstein stellt Nachhaltigkeit und Klimaanpassung in den Mittelpunkt

Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und smarte Bewässerungssysteme prägten die FGL-Jahrestagung. Die Branche positioniert sich klar als zentraler Akteur für klimaresiliente Städte und setzt zugleich auf strukturelle und personelle Stärkung.

Nachhaltige Technik, starke Verbandsarbeit und klare Klimastrategien im Fokus

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) stand ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Erstmals seit der Pandemie wurde die Veranstaltung wieder umfassend für Gäste geöffnet. Tagungsort war die ACO Academy in Büdelsdorf, womit zugleich ein bedeutendes Fördermitglied aktiv eingebunden wurde.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Branche nutzten die Plattform für den fachlichen Austausch. Im Fokus standen praxisnahe Lösungsansätze für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels im Garten- und Landschaftsbau.

Branche positioniert sich als Klimagestalter

FGL-Präsident Mirko Martensen unterstrich die zentrale Rolle der Branche bei der Entwicklung klimaresilienter Städte. Landschaftsgärtnerische Fachbetriebe seien maßgeblich an der Umsetzung grüner und blauer Infrastruktur beteiligt und leisteten täglich konkrete Beiträge zur Klimaanpassung.

„Wir gestalten grünblaue Infrastruktur und Freiflächen in den Städten der Zukunft. Wir pflanzen und pflegen Bäume, begrünen Dächer und Fassaden und bieten Lösungen für eine nachhaltige Umweltentwicklung.“

Diese Leistungen gewinnen angesichts zunehmender Extremwetterereignisse weiter an Bedeutung. Entsprechend rückten konkrete technische Lösungen und strategische Ansätze in den Mittelpunkt der Vorträge.

Smarte Bewässerungssysteme für Stadtbäume

Einen praxisnahen Schwerpunkt bildete die Vorstellung sogenannter „smarter Baumrigolen“ durch Experten der ACO Gruppe. Ziel ist es, Stadtbäume auch unter schwierigen Standortbedingungen langfristig leistungsfähig zu halten.

Die vorgestellte Lösung basiert auf einem modularen Rigolensystem, das Regenwasser unterirdisch speichert und gezielt abgibt. Ergänzt wird das System durch digitale Steuerung und Sensorik.

  • Erfassung von Bodenfeuchte, Wasserstand und Temperatur
  • Einsatz von 64 Sensoren zur kontinuierlichen Datenerhebung
  • Solarbetriebene Pumpen für energieeffiziente Bewässerung
  • Gezielte Wasserabgabe im Wurzelraum

Durch diese Kombination entstehen stabile Wachstumsbedingungen, die eine kräftige Kronenbildung und damit eine effektive Kühlleistung ermöglichen.

„Unser Ziel ist eine vollautomatische, optimal abgestimmte Bewässerung, so dass Stadtbäume auch bei schwierigsten Bedingungen eine große schattenspendende Krone entwickeln können.“

Nachhaltigkeitsmanagement wird zum Wettbewerbsfaktor

Neben technischen Lösungen rückt auch die Unternehmensführung stärker in den Fokus. Nachhaltigkeitsberichte gewinnen zunehmend an Bedeutung, da Auftraggeber verstärkt Transparenz hinsichtlich ökologischer und sozialer Standards verlangen.

Auch Betriebe im Garten- und Landschaftsbau müssen sich darauf einstellen, entsprechende Nachweise zu erbringen. Freiwillige Berichte können dabei helfen, die eigene Position im Wettbewerb zu stärken und interne Prozesse systematisch weiterzuentwickeln.

„Auch Garten- und Landschaftsbaubetriebe müssen sich darauf einstellen, dass ihre Auftraggeber ein verantwortungsvolles Handeln erwarten, das nachweisbar ist.“

Positive Branchenentwicklung und Nachwuchsfokus

Trotz aktueller Herausforderungen blickt die Branche auf stabile wirtschaftliche Kennzahlen. Der Jahresumsatz der GaLaBau-Betriebe erreichte zuletzt rund 10 Milliarden Euro. Die organisierten Fachbetriebe tragen dabei einen Großteil des Gesamtumsatzes.

Parallel dazu arbeitet der Branchenverband intensiv an der Weiterentwicklung der Ausbildung. Ziel ist es, den Garten- und Landschaftsbau langfristig attraktiv für Nachwuchskräfte zu halten und strukturell zu stärken.

Verbandsarbeit und personelle Weichenstellungen

Im internen Teil der Versammlung standen organisatorische Themen im Mittelpunkt. Präsident Mirko Martensen kündigte seinen Rückzug im kommenden Jahr an und rief die Mitglieder zu stärkerem ehrenamtlichem Engagement auf.

„Wenn wir den Verband langfristig zukunftsfähig machen möchten, brauchen wir das Engagement unserer Mitglieder im Ehrenamt.“

Zugleich baut der Verband seine personellen Kapazitäten weiter aus, unter anderem in den Bereichen Nachwuchswerbung und Öffentlichkeitsarbeit. Auch das Leitbild des Verbandes wurde überarbeitet, um zukünftige Anforderungen klarer abzubilden.

Mit der Veranstaltung setzte der FGL S.-H. ein deutliches Signal: Nachhaltigkeit, technische Innovation und eine starke Verbandsstruktur sind zentrale Bausteine, um den Garten- und Landschaftsbau zukunftsfähig aufzustellen.

19.03.2023

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