Erzeugerpreise für Rohholz 2021 um 14,8 % gestiegen

Allgemeines

Die Erzeugerpreise für Rohholz in Deutschland sind 2021 um 14,8 % gestiegen, der erste Anstieg seit 2014. Dies ist auf erhöhte Nachfrage nach Bauholz und verstärkten Export zurückzuführen, besonders bei Nadelholz.

Preisanstiege bei Nadelholz und ihre Ursachen

Besonders stark stiegen die Preise für Stammholz und Stammholzabschnitte von Nadelbäumen. Fichtenholz verteuerte sich innerhalb eines Jahres um 26,2 %, den stärksten Anstieg seit 1993. Im Vorjahr hatten anhaltende Trockenheit und Schädlingsbefall zu einer verminderten Holzqualität und niedrigeren Preisen geführt. Der Schadholzeinschlag aufgrund von Insektenschäden, insbesondere durch den Borkenkäfer bei Fichten, machte 2020 mehr als die Hälfte (53,8 %) des gesamten Holzeinschlags aus.

Im Jahr 2021 trugen vermehrte Regenfälle zur Erholung der Baumbestände und zur Produktion von qualitativ besserem Holz bei. Zusätzlich wurde der Fichteneinschlag bis zum 30. September 2021 gesetzlich begrenzt, was das Angebot reduzierte. Kiefern verzeichneten mit 9,4 % einen geringeren Preisanstieg als Fichten. Die Preise für Laubbäume stiegen moderat: Eiche um 1,4 % und Buche um 2,1 %.

Preisentwicklung bei Industrie- und Energieholz

Auch bei Industrieholz, das für die Weiterverarbeitung wie die Papierherstellung genutzt wird, stiegen die Preise um 7,2 %. Hier erhöhten sich die Preise für Nadelhölzer besonders stark um 13,0 %.

Die Preise für Energieholz, das als Rohholz für die energetische Nutzung dient, stiegen 2021 im Vergleich zu 2020 um 6,3 %. Dies ist auf eine verstärkte Nachfrage zurückzuführen, bedingt durch höhere Preise für andere Energieträger wie Öl und Gas sowie die Förderung von Biomasseheizungen. Den geringsten Preisanstieg verzeichnete Brennholz mit 3,6 %.

Methodische Hinweise zur Preisermittlung

Der Index der Erzeugerpreise der Produkte des Holzeinschlags bildet die Preisentwicklung für Rohholz inländischer Herkunft aus Staatsforsten (ohne Umsatzsteuer) beim Absatz auf dem Inlandsmarkt ab.

  • Stammholz und Stammholzabschnitte umfassen Rohholz für die stoffliche Nutzung, vorwiegend in der Säge- oder Furnierindustrie.
  • Industrieholz ist Rohholz, das chemisch aufgeschlossen und unter anderem in der Papier- und Zellstoffindustrie verarbeitet wird.
  • Energieholz wird als Scheitholz und Waldhackschnitzel gehandelt. Holzpellets sind nicht in dieser Kategorie enthalten, da sie nicht direkt im Wald, sondern in speziellen Werken produziert werden.
  • Brennholz, bestehend aus schwächeren Stammteilen und geringwertigem Holz aus dem Stammfuß und der Baumkrone, wird separat ausgewiesen und zählt nicht zu Energieholz.

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