Hintergrund der Preisanstiege bei Vorleistungsgütern
Vorleistungsgüter verteuerten sich im Juni 2021 um 12,7 % gegenüber Juni 2020. Im Vergleich zum Mai 2021 stiegen diese Preise um 1,8 %. Besonders hohe Zuwächse im Jahresvergleich zeigten sich bei metallischen Sekundärrohstoffen aus Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott mit 88,1 % sowie bei Nadelschnittholz mit 84,6 %. Betonstahl in Stäben wurde um 62,3 % teurer.
Metalle insgesamt verzeichneten einen Preisanstieg von durchschnittlich 26,3 % gegenüber dem Vorjahr. Hierbei erhöhten sich die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 41,9 %, während Nichteisenmetalle und deren Halbzeuge 25,1 % mehr kosteten. Die Ursachen für die gestiegenen Stahl- und Holzpreise liegen in einer hohen nationalen und internationalen Nachfrage sowie in Problemen bei der Rohstoffversorgung. Bei Stahlpreisen kamen zusätzlich kräftige Preissteigerungen für Eisenerzimporte von 83,6 % zwischen Mai 2020 und Mai 2021 hinzu. Auch chemische Grundstoffe zeigten ein deutliches Plus von 18,8 % im Jahresvergleich. Lediglich wenige Vorleistungsgüter, wie elektronische integrierte Schaltungen (-12,1 %) und Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (-23,7 %), waren günstiger als im Vorjahresmonat.
Energiepreise: Basiseffekte und CO2-Bepreisung als Treiber
Die Energiepreise lagen im Juni 2021 durchschnittlich 16,9 % über dem Wert des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber Mai 2021 um 2,2 %. Die hohe Veränderungsrate gegenüber Juni 2020 ist primär auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da die Preise im Frühjahr 2020 infolge der Pandemie stark gefallen waren. Die seit Januar 2021 teilweise erhobene deutsche CO2-Bepreisung auf CO2-verursachende Brennstoffe wie Mineralölerzeugnisse und Erdgas beeinflusste ebenfalls den Preisanstieg im Energiesektor. So stiegen die Preise für Erdgas bei einer Jahresabgabe von 116.300 Megawattstunden an die Industrie ohne CO2-Bepreisung um 34,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat; mit CO2-Bepreisung betrug der Anstieg 45,6 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Erzeugerpreise im Juni 2021 um 6,0 % höher als im Juni 2020.
Die Preise für Gebrauchsgüter erhöhten sich im Juni 2021 um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr und um 0,2 % gegenüber Mai 2021. Investitionsgüter, darunter Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 1,3 % mehr als ein Jahr zuvor, ebenfalls ein Anstieg von 0,2 % gegenüber dem Vormonat.
Verbrauchsgüter: Öle und Fette als Preistreiber
Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im Juni 2021 um 1,5 % im Vergleich zum Juni 2020 und um 0,7 % gegenüber Mai 2021. Nahrungsmittel waren 1,9 % teurer als im Vorjahr. Pflanzliche, nicht behandelte Öle verzeichneten einen Preisanstieg von 42,9 % gegenüber Juni 2020, Butter wurde um 23,0 % teurer. Einige Verbrauchsgüter waren günstiger als im Vorjahresmonat. So war Schweinefleisch im Juni 2,7 % billiger als ein Jahr zuvor, obwohl die Preise gegenüber Mai 2021 um 5,4 % stiegen. Verarbeitetes Fleisch kostete 4,1 % weniger als im Juni 2020.
