Umfassende Unterstützung für kommunale Extremwetter-Vorsorge
Das bayerische Umweltministerium hat eine Beratungs-Offensive für Kommunen gestartet, um diese auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Dies gab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber als Reaktion auf die jüngsten Hochwasserereignisse bekannt.
An vielen Orten Deutschlands und Bayerns spielen sich unfassbare Tragödien ab. Unsere Gedanken sind bei den vielen Opfern und ihren Angehörigen. Mein Dank gilt allen Rettungskräften, Helfern und dem solidarischen Handeln der Menschen. Die verheerenden Hochwasser der vergangenen Tage mahnen dazu, das Thema Hochwasser und Sturzflut sehr ernst zu nehmen. Der kleinste Bach kann zum reißenden Fluss werden. Das Umweltministerium hat bereits einen Krisenstab eingerichtet. Wir behalten bayernweit die Situation genau im Blick.
Nach einer detaillierten Analyse sollen weitere Schlussfolgerungen für Bayern gezogen werden. Das Thema Hochwasser soll die größtmögliche Aufmerksamkeit erhalten. In einem ersten Schritt werden die Beratungsstrukturen in Bayern gestärkt.
Bei der Vorbereitung auf extreme Wetterereignisse stehen wir fest an der Seite unserer Kommunen. Nur gemeinsam erreichen wir den bestmöglichen Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger. An jedem Wasserwirtschaftsamt wird die kommunale Sturzflut-Beratung intensiviert. Damit können die Kommunen konkret beraten und gefördert werden. Wir wollen eine noch größere Dynamik bei der Vorsorge erreichen. Ausreichend Mittel stehen dafür unbürokratisch bereit.
Das Umweltministerium hat bereits verschiedene Maßnahmen zur Vorsorge initiiert. Seit 2017 wird die Erstellung von kommunalen Starkregen-Schutzkonzepten gefördert. Bislang wurden hierfür rund 12 Millionen Euro beantragt, wobei weitere Fördermittel zur Verfügung stehen.
Mit unserer Beratungs-Offensive wollen wir Kommunen für das Thema Hochwasser und Starkregen sensibilisieren. Jede Kommune kann betroffen sein. Gleichzeitig sollen Kommunen motiviert werden, die bestehenden Fördermöglichkeiten in Anspruch zu nehmen.
Die Erstellung und Planung von Schutzkonzepten wird mit bis zu 75 Prozent unterstützt. Zusätzlich werden weitere kommunale Maßnahmen gefördert. Dazu gehören die Ermittlung von Überschwemmungsgebieten, Sicherheitsüberprüfungen kommunaler Stau- und Hochwasserschutz-Anlagen, die Durchführung eines Hochwasseraudits sowie der Bau von Hochwasserschutzanlagen.
Experten gehen davon aus, dass Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels an Häufigkeit und Intensität zunehmen werden, insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
Die katastrophalen Bilder zeigen ein weiteres Mal: Der Klimawandel ist endgültig bei uns angekommen. Jetzt ist Zeit, zu handeln. Die Folgen der aktuellen Wetterextreme dürfen nicht zur neuen Normalität werden. Für kleine Gemeinden können Hochwasser und Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung sein, das zeigen die aktuellen Ereignisse. Wir werden die Kommunen in Zukunft noch stärker unterstützen, vor Ort den Schutz vor Hochwasser und Starkregen gezielt zu verbessern.
