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Erzeugerpreise im Juni 2022: Anstieg um 32,7 Prozent gegenüber Vorjahr

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im Juni 2022 um 32,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg zeigt eine leichte Abschwächung gegenüber den Vormonaten, wobei Energiepreise weiterhin der Haupttreiber sind.

Energiepreise weiterhin Haupttreiber des Anstiegs

Die Entwicklung der Energiepreise war maßgeblich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich verantwortlich. Im Juni 2022 waren die Energiepreise durchschnittlich 86,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Mai 2022 stiegen diese Preise um 1,6 Prozent, was eine geringere Zunahme als im Vormonat darstellt (+2,5 Prozent gegenüber April 2022).

Besonders prägend für die jährliche Veränderungsrate bei Energie waren Erdgas in der Verteilung mit einem Plus von 141,1 Prozent und elektrischer Strom mit +93,3 Prozent gegenüber Juni 2021. Kraftwerke zahlten für Erdgas 227,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für industrielle Abnehmer verteuerte sich Erdgas um 182,6 Prozent und für Wiederverkäufer um 159,5 Prozent. Im Vormonatsvergleich sanken die Erdgaspreise über alle Abnehmergruppen hinweg um 0,2 Prozent.

Während Endabnehmer mit höheren Abnahmemengen, deren Preise sich oft an Börsennotierungen orientieren, niedrigere Preise als im Vormonat verzeichneten (industrielle Abnehmer -2,2 Prozent, Wiederverkäufer -1,0 Prozent), stiegen die Preise für Abnehmer kleinerer Mengen sowie für Kraftwerke im Vormonatsvergleich weiter an. Strom kostete für Weiterverteiler 164,9 Prozent mehr als im Vorjahr und für Sondervertragskunden 88,8 Prozent.

Für gewerbliche Anlagen mit tarifgebundenen Verträgen stiegen die Preise um 16,1 Prozent im Jahresvergleich. Im Vormonatsvergleich erhöhten sich die Preise für elektrischen Strom über alle Abnehmergruppen hinweg im Juni um 4,0 Prozent. Für Abnehmer kleinerer Mengen, wie Haushalte und gewerbliche Anlagen, sanken die Preise hier sogar leicht, was auf den Wegfall der EEG-Umlage zurückzuführen ist.

Mineralölerzeugnisse waren 52,9 Prozent teurer als im Juni 2021 und kosteten 0,4 Prozent mehr als im Mai 2022. Leichtes Heizöl verteuerte sich im Jahresvergleich um 125,5 Prozent, Kraftstoffe um 42,6 Prozent. Im Vormonatsvergleich stiegen insbesondere die Preise für leichtes Heizöl (+20,1 Prozent gegenüber Mai 2022), während Motorenbenzin aufgrund der befristeten Reduzierung der Energiesteuer um 9,3 Prozent günstiger wurde. Diesel kostete 1,9 Prozent mehr als im Vormonat. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 15,5 Prozent höher als im Juni 2021 (+0,1 Prozent gegenüber Mai 2022).

Deutliche Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern

Die Preise für Vorleistungsgüter lagen im Juni 2022 um 22,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Mai 2022 sanken diese Preise um 0,6 Prozent.

Den größten Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate bei Vorleistungsgütern hatte die Preisentwicklung bei Metallen insgesamt mit einem Plus von 33,6 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2022 sanken diese Preise um 0,9 Prozent. Innerhalb des Metallbereichs stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen im Jahresvergleich um 42,0 Prozent, Nichteisenmetalle und deren Halbzeuge kosteten 24,7 Prozent mehr. In beiden Produktbereichen sanken die Preise jedoch gegenüber Mai 2022 (Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen -1,6 Prozent, Nichteisenmetalle -1,0 Prozent).

Besonders hohe Preisanstiege im Jahresvergleich gab es bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit +104,4 Prozent. Die Preise für Holzpellets und Hackschnitzel haben sich binnen Jahresfrist nahezu verdoppelt (Pellets, Briketts aus Sägenebenprodukten +93,9 Prozent, Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln +90,8 Prozent). Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 42,7 Prozent. Papier und Pappe waren 51,2 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wobei insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+102,5 Prozent) zunahmen. Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie relevant sind, kosteten 42,0 Prozent mehr.

Die Preise für Getreidemehl waren 48,4 Prozent höher als im Juni 2021 und stiegen gegenüber Mai 2022 um 3,3 Prozent.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern und Investitionsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Juni 2022 um 14,7 Prozent höher als im Juni 2021 und stiegen gegenüber Mai 2022 um 0,7 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich um 19,0 Prozent im Jahresvergleich. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+74,8 Prozent gegenüber Juni 2021). Nicht behandelte pflanzliche Öle kosteten 60,7 Prozent mehr als im Juni 2021, wurden aber gegenüber dem Vormonat Mai um 1,1 Prozent billiger. Kaffee war 31,8 Prozent teurer als vor einem Jahr, Milch und Milcherzeugnisse 27,0 Prozent. Fleisch ohne Geflügel kostete 19,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, war jedoch 4,3 Prozent billiger als im Vormonat.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Juni 2022 um 10,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, hauptsächlich bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+13,4 Prozent).

Investitionsgüter kosteten 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine vergleichbar hohe Veränderung im Jahresvergleich wurde zuletzt im September 1975 verzeichnet. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Juni 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 8,7 Prozent, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,3 Prozent). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+26,3 Prozent), für Turbinen (+22,4 Prozent), für Ausbauelemente aus Stahl und Aluminium (+18,3 Prozent) sowie für große Metallbehälter (+18,0 Prozent).

20.07.2022

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