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Erzeugerpreise im Mai 2022: Deutlicher Anstieg um 33,6 Prozent gegenüber Vorjahr

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im Mai 2022 um 33,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist der höchste Anstieg seit 1949, getrieben hauptsächlich durch stark gestiegene Energiepreise. Auch Vorleistungs- und Verbrauchsgüter verteuerten sich erheblich.

Energiepreise als Haupttreiber des Anstiegs

Die Entwicklung der Energiepreise war maßgeblich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich verantwortlich. Im Mai 2022 lagen die Energiepreise durchschnittlich 87,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat und stiegen gegenüber April 2022 um 2,5 Prozent.

Besonders stark beeinflusste Erdgas in der Verteilung die Veränderungsrate, mit einem Plus von 148,1 Prozent gegenüber Mai 2021. Kraftwerke zahlten für Erdgas 241,2 Prozent mehr, Industrieabnehmer 210,7 Prozent und Wiederverkäufer 168,3 Prozent. Während Endabnehmer mit höheren Abnahmemengen, deren Preise sich oft an Börsennotierungen orientieren, teilweise niedrigere Preise als im Vormonat verzeichneten, stiegen die Preise für Abnehmer kleinerer Mengen auch im Vormonatsvergleich weiter an. Über alle Abnehmergruppen hinweg verteuerte sich Erdgas gegenüber April 2022 um 2,5 Prozent.

Die Preise für elektrischen Strom waren im Mai 2022 um 90,4 Prozent höher als im Mai 2021 (+4,0 Prozent gegenüber April 2022). Für Weiterverteiler kostete Strom 165,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 83,2 Prozent. Für gewerbliche Anlagen stiegen die Preise um 16,8 Prozent.

Mineralölerzeugnisse waren 55,8 Prozent teurer als im Mai 2021 und kosteten 2,5 Prozent mehr als im April 2022. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 96,0 Prozent, Kraftstoffe um 49,4 Prozent. Während die Preise für Motorenbenzin um 6,5 Prozent und für Dieselkraftstoff um 0,5 Prozent gegenüber April 2022 stiegen, war leichtes Heizöl geringfügig günstiger (-0,5 Prozent).

Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise 16,5 Prozent höher als im Mai 2021 (+1,2 Prozent gegenüber April 2022).

Hohe Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern

Vorleistungsgüter waren im Mai 2022 um 25,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor und stiegen gegenüber April 2022 um 1,5 Prozent. Die Preise für Metalle insgesamt stiegen um 38,1 Prozent. Hier verteuerten sich Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 51,8 Prozent, Nichteisenmetalle und deren Halbzeuge um 24,8 Prozent. Während die Preise für Roheisen gegenüber April 2022 um 1,9 Prozent stiegen, sanken die Preise für Nichteisenmetalle um 2,0 Prozent.

Betonstahl verteuerte sich im Vorjahresvergleich um 72,1 Prozent und im Vormonatsvergleich um 5,2 Prozent. Die Preise für Aluminium in Rohform lagen 42,0 Prozent höher als im Vorjahr.

Besonders hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr verzeichneten Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit +110,9 Prozent. Industriegase kosteten binnen Jahresfrist 68,8 Prozent mehr, Verpackungsmittel aus Holz 67,4 Prozent. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 48,7 Prozent. Nadelschnittholz war 41,9 Prozent teurer als im Mai 2021.

Papier und Pappe waren 52,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, insbesondere Zeitungsdruckpapier (+111,3 Prozent). Wellpapier und Wellpappe verteuerten sich um 42,4 Prozent. Die Preise für Getreidemehl lagen 44,8 Prozent höher als im Mai 2021 und stiegen gegenüber April 2022 um 5,1 Prozent.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern und Investitionsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Mai 2022 um 14,7 Prozent höher als im Mai 2021 und stiegen gegenüber April 2022 um 1,3 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich um 19,2 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+80,2 Prozent gegenüber Mai 2021, +7,2 Prozent gegenüber April 2022) und nicht behandelte pflanzliche Öle (+68,4 Prozent).

Rindfleisch war 42,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Kaffee 33,6 Prozent, Milch und Milcherzeugnisse 24,1 Prozent. Die Preise für Schweinefleisch lagen 24,1 Prozent höher als im Mai 2021, sanken jedoch gegenüber April um 2,6 Prozent.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Mai 2022 um 9,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor, hauptsächlich bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+11,9 Prozent).

Investitionsgüter kosteten 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine höhere Veränderung im Vorjahresvergleich wurde zuletzt im September 1975 (+7,4 Prozent) verzeichnet. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 8,3 Prozent und für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,9 Prozent).

Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+26,1 Prozent), für Teile und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen (+18,9 Prozent) sowie für Teile für Klimageräte, Kühl- und Gefrierschränke (+15,7 Prozent).

20.06.2022

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