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Erzeugerpreise im Oktober 2022: Preisauftrieb schwächt sich erstmals ab

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Oktober 2022 um 34,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zwar schwächte sich der Preisauftrieb erstmals seit Monaten ab, dennoch bleiben Energie, Metalle und Maschinen zentrale Kostentreiber für Industrie und Bauwirtschaft.

Energiepreise bremsen erstmals den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Oktober 2022 um 34,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit verlangsamte sich der Preisauftrieb erstmals seit mehreren Monaten deutlich. Im August und September hatte die Jahresveränderungsrate jeweils noch bei 45,8 Prozent gelegen.

Gegenüber September 2022 gingen die Erzeugerpreise um 4,2 Prozent zurück. Das war der erste Rückgang gegenüber dem Vormonat seit Mai 2020. Hauptursache für die Entwicklung bleibt weiterhin die Preisbewegung bei Energie.

Energiepreise bleiben entscheidender Kostentreiber

Die Energiepreise lagen im Oktober 2022 durchschnittlich 85,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders stark wirkten sich die Preissteigerungen für Erdgas in der Verteilung sowie für elektrischen Strom auf den Gesamtindex aus.

Im Vergleich zum September 2022 sanken die Energiepreise jedoch um durchschnittlich 10,4 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem niedrigere Preise für Strom und Erdgas bei größeren Abnehmergruppen.

Elektrischer Strom verteuerte sich gegenüber Oktober 2021 über alle Abnehmergruppen hinweg um 90,3 Prozent. Für Weiterverteiler lagen die Preise sogar 137,7 Prozent höher, Sondervertragskunden zahlten 80,1 Prozent mehr. Gewerbliche Anlagen mit tarifgebundenen Verträgen mussten im Jahresvergleich 19,0 Prozent höhere Strompreise tragen.

Im Monatsvergleich gingen die Strompreise insgesamt um 16,9 Prozent zurück. Während Großabnehmer entlastet wurden, stiegen die Preise für kleinere Abnahmemengen weiter an.

Erdgas in der Verteilung kostete im Oktober 2022 durchschnittlich 125,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Industrieabnehmer zahlten 151,2 Prozent mehr, Handel und Gewerbe 119,2 Prozent mehr. Für Wiederverkäufer lagen die Preise 117,7 Prozent über dem Vorjahresniveau, für Kraftwerke 110,2 Prozent.

Gegenüber September 2022 verbilligte sich Erdgas um 9,0 Prozent. Vor allem größere Abnehmer profitierten von den Preisrückgängen.

Auch Mineralölerzeugnisse blieben deutlich teurer als im Vorjahr. Die Preise lagen 34,6 Prozent höher als im Oktober 2021. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 76,2 Prozent, Kraftstoffe um 30,8 Prozent.

Vorleistungsgüter verteuern sich weiter

Die Preise für Vorleistungsgüter lagen im Oktober 2022 um 15,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber September 2022 stiegen sie leicht um 0,1 Prozent.

Besonders deutlich verteuerten sich Metalle mit einem Plus von 15,7 Prozent gegenüber Oktober 2021. Gleichzeitig sanken die Metallpreise im Monatsvergleich leicht um 0,4 Prozent.

Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen kosteten 21,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich um 32,8 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit plus 113,1 Prozent aus.

Das Vorprodukt Ammoniak verteuerte sich binnen Jahresfrist um 182,3 Prozent. Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten lagen 151,0 Prozent über dem Vorjahreswert, Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln um 146,8 Prozent.

Für den Garten- und Landschaftsbau bleiben damit insbesondere energieintensive Materialien sowie Holz- und Metallprodukte ein relevanter Kostenfaktor.

Investitionsgüter und Maschinen ebenfalls teurer

Die Preise für Investitionsgüter lagen im Oktober 2022 um 7,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders stark verteuerten sich Maschinen mit plus 9,5 Prozent. Kraftwagen und Kraftwagenteile kosteten 5,6 Prozent mehr als im Oktober 2021.

Deutliche Preissteigerungen wurden zudem bei Turbinen mit plus 20,0 Prozent sowie bei Ventilatoren mit plus 17,9 Prozent verzeichnet.

Auch Gebrauchsgüter verteuerten sich weiter. Im Jahresvergleich lagen die Preise 11,3 Prozent höher. Möbel kosteten 13,4 Prozent mehr als im Oktober 2021.

Nahrungsmittelpreise treiben Verbrauchsgüter an

Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im Oktober 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,0 Prozent. Gegenüber September 2022 ergab sich ein Plus von 1,1 Prozent.

Nahrungsmittel verteuerten sich um 25,1 Prozent. Besonders stark fiel der Preisanstieg bei Butter mit plus 66,3 Prozent aus. Zucker kostete 54,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und verteuerte sich allein gegenüber September 2022 um 47,2 Prozent.

Schweinefleisch lag 47,0 Prozent über dem Vorjahresniveau, Käse und Quark 38,3 Prozent sowie Milch 36,1 Prozent. Kaffee verteuerte sich um 29,1 Prozent.

Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise im Oktober 2022 um 13,7 Prozent höher als im Vorjahr. Gegenüber September 2022 ergab sich hier ein leichter Anstieg von 0,4 Prozent.

21.11.2022

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