Innovative Ansätze für mehr Grün in europäischen Städten
Ein aktuelles Video der Kampagne „Green Cities Europe“ präsentiert innovative Beispiele für urbane Grünflächen aus 13 EU-Ländern. Ziel ist es, Anregungen für die Gestaltung grünerer Städte in Europa zu geben.
Prognosen zufolge werden bis 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Dies führt zu einem verstärkten Wettbewerb um Flächen für Neubauten und Grünzonen. Für viele Stadtbewohner stellen urbane Naturräume die einzige Möglichkeit dar, Natur im Alltag zu erleben. Daher ist die Schaffung grüner städtischer Naturräume in wachsenden Städten von großer Bedeutung.
Grünflächen, Bäume und Parks tragen nicht nur zum Wohlbefinden der Stadtbewohner bei, sondern mindern auch die Auswirkungen des Klimawandels, wie extreme Regenfälle, steigende Temperaturen und den Verlust der Artenvielfalt. Die Schaffung weiterer Grünflächen in Städten ist somit entscheidend für die Prävention und Anpassung an den Klimawandel.
Das Video zeigt verschiedene Projekte: In Bulgarien wurde eine Brachfläche in einen Park umgewandelt, der das soziale Wohlbefinden fördert und zur Kühlung der Stadt beiträgt. Ein Beispiel aus Schweden demonstriert nachhaltige Stadtentwicklung, während die Niederlande die effiziente Optimierung von Grünflächen durch Dachbegrünung vorstellen. Aus Dänemark wird gezeigt, wie am Sankt Kjelds Platz in Kopenhagen graue Infrastruktur in grüne Stadträume mit natürlichem Hochwasserschutz umgewandelt wurde.
Alle teilnehmenden Länder der Kampagne „Mehr grüne Städte für Europa“ haben den in Dänemark entwickelten Vorschlag für die sogenannte Green Norm erhalten. Diese Norm stellt zehn Methoden zur Schaffung von mehr und besserer städtischer Natur vor. Die European Nurserystock Association (ENA), Initiatorin der Kampagne, hat diesen Vorschlag Anfang 2021 ins Englische übersetzt. Er ist nun Teil der Bemühungen um umweltfreundlichere Städte in Dänemark und den zwölf weiteren teilnehmenden Ländern.
Der European Green Cities Award prämiert zudem Projekte aus den 13 teilnehmenden Ländern. Jedes Land hat ein Projekt eingereicht, das von einer internationalen Jury bewertet wird. Das international prämierte Projekt wird am 8. Dezember im Rahmen einer Preisverleihung bekannt gegeben.
Die Kampagne „Mehr grüne Städte für Europa“ wurde von der ENA initiiert und ist die Nachfolgekampagne von „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ (2018–2020). Ihr Ziel ist es, kommunale Entscheider, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer für eine grüne Stadtentwicklung zu sensibilisieren. In Deutschland wird die Kampagne vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. durchgeführt.
