Grünflächen als Schlüssel zur Klimaanpassung in Städten
Die aktuelle Klimakonferenz in Kattowitz thematisiert den weltweit steigenden CO2-Ausstoß, wobei Deutschland seine Klimaziele bis 2020 voraussichtlich nicht erreichen wird. Helmut Selders vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. sieht die zunehmende Oberflächenversiegelung und unzureichende Investitionen in öffentliche Grünflächen als zentrale Probleme.
Angesichts des Klimawandels sei ein sorgsamer Umgang mit Grünflächen und ein Bewusstsein für deren Bedeutung für Mensch und Umwelt erforderlich. Selders, der seit 2018 die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ verantwortet, beobachtet eine Zunahme der Versiegelung von Grünflächen zugunsten von Bauprojekten, verstärkt durch die allgemeine Urbanisierung.
Versiegelte Flächen heizen sich stärker auf als begrünte Areale und erschweren den Abfluss von Wasser bei Starkregen. Selders betont, dass die Natur ein wirksames Mittel im Kampf gegen den Klimawandel darstellt. Bäume und Pflanzen nehmen CO2 auf, binden Feinstaub, produzieren Sauerstoff und verbessern so die Luftqualität. Zudem spenden sie Schatten und speichern temporär große Wassermengen.
Für unterschiedliche Standorte existieren passende Baum- und Pflanzenarten, die bei sachgerechter Pflanzung und Pflege über Jahrzehnte zur Regulierung des Mikroklimas in Städten beitragen können. Das Wissen über hitze- und sturmresistente Gehölze sowie insektenfreundliche Sträucher ist vorhanden.
Der Klimawandel ist real, aber wir können seine negativen Begleiterscheinungen zumindest abmildern. Das Wissen zu den Gehölzen der Zukunft ist da: Welche Bäume halten große Hitze und Stürme aus, welche Sträucher sind besonders insektenfreundlich. Was wir jetzt brauchen, sind kluge Stadtplanungskonzepte und mutige Entscheidungen, die langfristig greifen. Denn wenn wir weiterhin kurzfristig denken, werden wir langfristig den Preis dafür zu zahlen haben.
Selders fordert daher kluge Stadtplanungskonzepte und langfristig wirksame Entscheidungen.
Die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“
Die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ wurde vom europäischen Baumschulverband ENA (European Nurserystock Association) ins Leben gerufen. Sie zielt darauf ab, kommunale Entscheider, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer für eine grüne Stadtentwicklung zu sensibilisieren. In Deutschland wird die Kampagne vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. durchgeführt. Deutschland ist eines von sieben Teilnehmerländern, zu denen auch Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande gehören.
