Innovative Projekte zur thermischen Bodenbehandlung und Klimaanpassung
Anträge des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und des Versuchs- und Beratungsringes Baumschulen (VuB) e.V. erhalten eine Förderung von insgesamt 303.000 Euro. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) des Landes Schleswig-Holstein unterstützt die Projekte von 2016 bis 2018. Die Detailplanungen für den Projektstart am 1. Januar 2016 werden derzeit abgeschlossen.
Ein Schwerpunkt der Förderung liegt auf der thermischen Bodenbehandlung. Dieses Verfahren soll die chemische Bodenbehandlung ersetzen, die nicht mehr zugelassen ist. Im Rahmen einer neu zu bildenden Operationellen Gruppe (OG) soll die thermische Bodenbehandlung optimiert und praxisreif gemacht werden.
„Wir sind derzeit das einzige Anbaugebiet, das mit Hilfe der Förderung diese innovative Technologie vorantreiben und für die Baumschulen anwendbar machen kann“, stellte Axel Huckfeldt, Vorsitzender des BdB Schleswig-Holstein, fest.
Ein weiteres gefördertes Projekt befasst sich mit der Prüfung klimawandeltoleranter Stadtbäume. Diese Bäume werden an Echtstandorten in Kiel, Lübeck, Husum und Heide getestet. Jan-Peter Beese, Abteilungsleiter Gartenbau bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, erläutert die Bedeutung dieser Initiative.
„Die Förderung der Landesregierung ermöglicht den Schritt, raus aus dem Versuchsbetrieb, rein in die Städte mit den harten Bedingungen für die Bäume“, ergänzt Beese.
Dr. Hans Hermann Buchwald, Landespräsident des Gartenbauverbandes Nord (GVN) e. V., äußerte sich enttäuscht über die Ablehnung eines Projekts zum Aufbau einer Wertschöpfungskette für Zierpflanzen. Dieses Projekt hätte nach seiner Einschätzung eine große Bedeutung für den Zierpflanzenbau in Schleswig-Holstein gehabt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
„Ich erwarte eine plausible Begründung, warum die Jury ihre Zustimmung verweigert hat. Wir können allerdings die Hände nun nicht in den Schoß legen, denn die Probleme der Wertschöpfungskette lösen sich nicht von selbst. Wir bleiben dran und werden nach anderen Lösungen suchen“, so Buchwald.
Ausblick und weitere Schritte für den Gartenbau
GVN-Präsident Andreas Lohff kündigte an, die Zeit bis zum zweiten EIP Call aktiv zu nutzen, um 2018 für den Zierpflanzenbau erfolgreicher zu sein.
Die Service GRÜN Fördergesellschaft für Baumschulen und Gartenbau in Norddeutschland mbH, eine Tochtergesellschaft des BdB-Landesverbandes Schleswig-Holstein, wurde mit der Administration der Operationellen Gruppen beauftragt.
„Wir sehen hiermit auch das Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer in Ellerhoop-Thiensen als zusätzlich gestärkt an, an dem alle beteiligten Organisationen ihren Sitz haben“, zeigte sich Geschäftsführer Dr. Frank Schoppa zufrieden.
Bei der Umsetzung der Operationellen Gruppen werden die Service GRÜN Fördergesellschaft mbH und der BdB-Landesverband Schleswig-Holstein von Helmuth M. Huss von der Unternehmensberatung CO CONCEPT aus Luxemburg unterstützt. Das Unternehmen bringt langjährige Erfahrung in der Begleitung europäischer Förderprojekte in der Landwirtschaft ein, die nun dem Gartenbau in Schleswig-Holstein zugutekommen soll.

