Europäische Landschaftsgärtner fordern mehr Grünforschung im EU-Programm „Horizont 2020“

Die Grüne StadtBranchenverbände

Die European Landscape Contractors Association (ELCA) fordert, dass das EU-Programm „Horizont 2020“ verstärkt in Grünforschung investiert. Dies soll Wachstum und Beschäftigung fördern und die Bedeutung von Grün für Gesundheit, Klima und Lebensqualität unterstreichen.

Forschung als Basis für Zukunftsperspektiven im Garten- und Landschaftsbau

Die ELCA hat in einer Stellungnahme zum Programmentwurf aufgezeigt, in welchen Bereichen die Landschaftsgärtner einen erheblichen Forschungsbedarf sehen. Dieser betrifft die Auswirkungen von Grün auf Gesundheit, Lebensqualität, Klima und weitere Aspekte.

Das EU-Programm bietet zahlreiche Ansatzpunkte, in denen auch eine interdisziplinäre Forschung zum Grün berücksichtigt werden sollte. Mit einer fundierten Datenbasis können wir im Garten- und Landschaftsbau noch gezielter unseren Beitrag für eine lebenswerte Umwelt leisten. Auf diese Weise würden den Betrieben in unserer Branche weitere viel versprechende Geschäftsmöglichkeiten eröffnet. So werden einerseits Arbeitsplätze gesichert und andererseits gute Zukunftsperspektiven mit Blick auf den Ausbau des grünen Marktes geschaffen.

Dies unterstreicht Lutz von Wurmb, Vizepräsident des Bundesverbandes GaLaBau e. V. (BGL), mit Blick auf die Stellungnahme der ELCA an die EU-Kommission.

Die Rolle von Grün für Gesundheit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz

Von Wurmb erläutert, dass eines der Kernziele des EU-Programms die Bereiche Gesundheit, demografischer Wandel, Wohlergehen, Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffe umfasst. Diese Themen sind für Dienstleister im Bereich des Bauens mit Grün von großem Interesse.

Hier haben wir unsere Forderungen nach Ergänzung des EU-Programms an vielen Stellen deutlich gemacht. Stärker Rechnung getragen werden sollte nach Ansicht der europäischen Landschaftsgärtner vor allem auch der Integration von vegetationstechnischen Aspekten. Dazu sollte das EU-Programm beispielsweise mit einem neuen Kapitel zum ‚Bauen mit Grün‘ ergänzt werden.

Ziel ist es, Vegetation und Pflanzen stärker als Bau- und Gestaltungselemente zu berücksichtigen. Das schnelle Wachstum der Städte erfordert einen sachkundigen Umgang mit der Integration und Gestaltung von Grün im Alltag. Dies reicht vom Umgang mit Boden und natürlichen Baumaterialien bis hin zu Details bei der Bepflanzung, Anlage und Pflege von Rasen- und Pflanzflächen.

Der ökonomische Wert von Grün für die Gesellschaft wird als höher eingeschätzt als allgemein angenommen, da Grün zu direkten und indirekten Einsparungen führt. Investitionen in Grün wirken sich positiv auf die Gesundheit und Sicherheit im Wohnumfeld aus. Die ELCA schlägt vor, die im Programm „Horizont 2020“ genannten „nichttechnologischen grünen Lösungen“ um „grüne Lösungen mit Pflanzen und Vegetationstechnik“ zu ergänzen, die zur Bewältigung des Klimawandels beitragen können.

„Grüne“ Lösungen mit Pflanzen und Vegetationsflächen gehen über „Green Solutions“ mit Hightech-Konzepten hinaus. So sollten bei Technologien für energieeffiziente Gebäude auch Bauwerksbegrünungen durch Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen berücksichtigt werden. Dies sind einige der Punkte, zu denen die ELCA Stellung genommen hat.

Grüne Lösungen für zukünftige Herausforderungen

Aus Sicht der europäischen Landschaftsgärtner ist es von großer Bedeutung, die Forschung zu den vielfältigen positiven Wirkungen von Grün auf Lebensqualität und Wohlbefinden zu intensivieren. Auch zu den Leistungen von Grün zur Bewältigung des Klimawandels, zur Verbesserung der Luftqualität und zum Temperaturausgleich in urbanen Wärmeinseln sind wissenschaftlich fundierte Daten für den Garten- und Landschaftsbau erforderlich.

Auf der Basis belastbarer Fakten können wir Landschaftsgärtner geeignete grüne Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft weiterentwickeln.

Dies betont BGL-Vizepräsident von Wurmb.

Schließung von Forschungslücken

Die ELCA setzte sich bereits im Mai 2011 im Rahmen ihres ersten Forschungsworkshops in Brüssel für die Schließung von Forschungslücken im Bereich Grün ein. Themen wie Grün und Gesundheit, Grün und Feinstaub, Grün und Stadtklimatologie sowie Biodiversität standen dabei im Fokus.

„Horizont 2020“ zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit

„Horizont 2020“ fasst erstmals alle EU-Finanzierungsprogramme für Forschung und Innovation in einem Programm zusammen. Ziel ist es, Europas Spitzenposition in Wissenschaft und Technologie auszubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Das Programm soll Forschungsergebnisse effizienter in konkrete Produkte und Dienstleistungen umsetzen.

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