DLG-Trendmonitor zeigt steigende Investitionsbereitschaft und bessere Marktlage
Das Stimmungstief des Jahres 2016 ist überwunden: Die Ergebnisse des DLG-Trendmonitors Europe vom Frühjahr 2017 zeigen eine deutlich positivere Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der weiteren Entwicklung. Auch die Investitionsbereitschaft der Betriebe in Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien zieht wieder an. Befragt wurden insgesamt 2.250 Landwirte.
Grundlage für den Aufschwung ist die verbesserte Marktlage bei Getreide, Milch und Schweinefleisch. Die Getreidepreise haben das Tief des Vorjahres verlassen, unterstützt durch deutlich gestiegene Exporte aus Deutschland. Gleichzeitig sorgt ein knapperes Angebot bei Schweinen bei anhaltend hoher Nachfrage für stabile Preise.
Verbesserte Marktbedingungen stützen Erzeuger
In der Schweinehaltung hat sich das Preis-Kosten-Verhältnis spürbar verbessert. Steigende Erzeugerpreise treffen auf sinkende Kosten für Eiweißfuttermittel und weiterhin moderate Preise für Futtergetreide. Das stärkt die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.
Auch am Milchmarkt ist das Angebot rückläufig. EU-weit liegen die Anlieferungen unter dem Vorjahresniveau, ebenso bei wichtigen globalen Exporteuren. Dynamisch wachsende Exporte von Käse und Butter tragen zu höheren Preisen bei und stabilisieren die Erlössituation.
Von diesem Umfeld profitieren Landwirte in allen vier untersuchten Ländern. In Frankreich etwa stützen steigende Schweinefleischexporte nach China bei sinkendem Angebot das Preisniveau. In Großbritannien sorgen günstige Finanzierungsbedingungen und das schwache Pfund für zusätzliche Impulse.
Zuversicht für die kommenden zwölf Monate
Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate sind deutlich positiver als noch im Herbst 2016. Ein knappes Angebot bei Milch und Schweinefleisch sowie rege Exporttätigkeit lassen ein stabiles Preisniveau erwarten. Zudem rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem Aufwärtstrend der globalen Wirtschaftsleistung, was die Nachfrage nach Agrarprodukten stützen dürfte.
In Großbritannien überlagert der Brexit zwar die Rahmenbedingungen, dennoch überwiegt Zuversicht. Die Aussicht auf weniger Regulierung und mehr unternehmerische Entscheidungsfreiheit wird als Chance gesehen, die Wettbewerbsposition zu stärken. Gleichzeitig bereiten sich die Betriebe auf mögliche sinkende Direktzahlungen vor.
In Deutschland zeigen sich insbesondere Milchviehhalter und Marktfruchterzeuger wieder optimistischer. Erwartet werden anhaltend starke Exporte von Käse, Butter und Getreide. In Frankreich sorgen neben besseren Marktpreisen auch neue Herkunftskennzeichnungen für Milch und Fleisch für Impulse im Inlandsgeschäft.
Investitionsbereitschaft nimmt zu
Das freundlichere Wirtschaftsumfeld führt zu steigender Investitionslaune. In Deutschland planen 42 Prozent der befragten Landwirte Investitionen innerhalb der nächsten zwölf Monate, in Polen 45 Prozent, in Großbritannien 50 Prozent und in Frankreich 22 Prozent. Besonders stark fällt der Anstieg in Großbritannien aus.
In Deutschland wollen 41 Prozent der Marktfruchterzeuger und 40 Prozent der Milchviehhalter investieren. Die Investitionsbereitschaft der Schweinehalter bleibt mit 38 Prozent stabil. In Polen und Großbritannien zeigen vor allem Milchviehhalter und Ackerbaubetriebe deutlich höhere Investitionsabsichten.
Trotz der positiven Tendenz bleibt der Fokus vieler Betriebe auf Liquiditätssicherung und Kostenkontrolle. Preisschwankungen, Reformen der Agrarpolitik sowie steigende Anforderungen im Umwelt- und Tierschutz prägen weiterhin die unternehmerischen Herausforderungen in allen vier Ländern.
