Wettbewerbe und Jubiläen

Europäischer Gartenpreis 2022: Auszeichnungen für Gartenkunst und Kulturlandschaften

Der Europäische Gartenpreis 2022 würdigte herausragende Leistungen in Gartenkunst und Kulturlandschaften. Eine neue Kategorie für Klimaanpassung und ein Sonderpreis für die „Gärten des Friedens“ wurden eingeführt. Projekte aus sieben Ländern erhielten Auszeichnungen.

Preisträger aus sieben europäischen Ländern und neue Kategorien

Die diesjährigen Auszeichnungen gingen an Projekte in sieben europäischen Ländern. Erste Preise erhielten Gewinner aus Estland, Dänemark, Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Die vier zweiten Preise wurden nach Italien, Dänemark, Großbritannien und in die Tschechische Republik vergeben.

Klimaanpassung und historische Parks

In der neuen Kategorie zur Klimaanpassung wurde der Enghaveparken in Kopenhagen mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Das Projekt modernisiert einen innerstädtischen, denkmalgeschützten Park und trägt gleichzeitig dazu bei, Überschwemmungen nach Starkregenereignissen zu vermeiden.

Der erste Preis in der Kategorie „Management oder Entwicklung eines historischen Parks oder Gartens“ ging an den Schlossgarten Schwetzingen. Dieser verbindet verschiedene Epochen und Elemente europäischer Gartenkunst und zeigt beispielhafte Rekonstruktionsprojekte sowie Klimaanpassungsmaßnahmen. Der Schlossgarten Frederiksborg in Dänemark erhielt einen zweiten Preis für seine Rekonstruktion in den 1990er Jahren, seine kontinuierliche Weiterentwicklung und innovative Pflegekonzepte, die ihm internationale Anerkennung und hohes Besucherinteresse einbringen.

Die Gärten von Great Dixter in Südengland, bekannt für ihre Vielfalt und Attraktivität, erhielten einen zweiten Preis. Dies würdigt den Great Dixter Charitable Trust und den Generationenwechsel zwischen dem Gartengründer Christopher Lloyd und dem heutigen Chefgärtner Fergus Garrett.

Sonderpreis und Kulturlandschaften

Ein Sonderpreis wurde für die „Gärten des Friedens“ vergeben. Dieses Projekt, initiiert von art & jardins in Frankreich, bietet durch Landschaftsarchitekten aus den am Ersten Weltkrieg beteiligten Nationen Reflexionsräume über eine Welt, die von wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Umwälzungen geprägt ist. Die Zahl der beteiligten Länder und Gärten nimmt stetig zu.

In der Kategorie „Schutz oder Entwicklung einer Kulturlandschaft“ wurde in diesem Jahr aufgrund der zusätzlichen Kategorien kein zweiter Preis vergeben. Der erste Preis ging an das Projekt URBANCOWS im estnischen Pärnu. Dieses Projekt ist ein Beispiel für die Entwicklung einer Kulturlandschaft, die an Wohn- und Freizeitgebiete angrenzt, Naturschutz in den Vordergrund stellt und neue Angebote für Besucher schafft. Die Rolle der Kühe in diesem Projekt wird durch den Projektnamen hervorgehoben.

Zeitgenössische Parks und Gärten

Der erste Preis in der Kategorie „Entwurf oder Konzept eines zeitgenössischen Parks oder Gartens“ ging nach Großbritannien. Die Royal Horticultural Society eröffnete 2021 den Garten RHS Bridgewater im Großraum Manchester. Dessen modernes Design in einer alten Kulturlandschaft spricht Gartenliebhaber an und bietet Ressourcen für Bildungsangebote.

Zweite Preise in dieser Kategorie erhielten „La Pista 500“ in Turin und die neue Promenade am Rande des Stadtgartens in Pardubice. „La Pista 500“ verwandelte die Teststrecke auf dem Dach des Lingotto, dem historischen Sitz von FIAT, in eine nachhaltige und zugängliche Oase mit fast 40.000 Bäumen, Sträuchern und Stauden. Die Promenade in Pardubice zeichnet sich durch ihr Design- und Beleuchtungskonzept, neue Angebote für Spiel und Gastronomie sowie die Verbindung der Stadt mit dem alten Park, der Burg und der Uferlandschaft aus.

25.06.2022

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