Tarifkonflikt im Bauhauptgewerbe: Hintergründe und Forderungen
Nachdem die fünfte und letzte Verhandlungsrunde zwischen der IG BAU, dem Bauhandwerk und der Bauindustrie ergebnislos beendet wurde, wird die IG BAU die Schlichtung anrufen. Die Bundestarifkommission der IG BAU hat sich einstimmig dafür ausgesprochen. Als Schlichter für das Bauhauptgewerbe wurde Prof. Dr. Rainer Schlegel, Präsident des Bundessozialgerichts, benannt.
Die Schlichtung ist die letzte Chance: Entweder die Arbeitgeber geben ihre Blockadehaltung auf oder es kommt zum bundesweiten Streik auf den Baustellen. Dann liegt der Bau in Deutschland lahm. Das betrifft den Straßenbau – Autobahnen zum Beispiel – genauso wie den öffentlichen und privaten Gebäudebau.
Dies erklärte Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG BAU. Er sprach von einer „enormen Entschlossenheit auf dem Bau“, die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber nicht länger mitzutragen. Diese Entschlossenheit sei bei der Entscheidung der Tarifkommission deutlich geworden.
Knackpunkte im Tarifkonflikt
Ein zentraler Punkt im Tarifkonflikt mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) ist laut IG BAU die Wegezeitentschädigung. Carsten Burckhardt, im IG BAU-Bundesvorstand für das Bauhauptgewerbe zuständig, betonte, dass die Arbeitgeber insbesondere beim Ausgleich für lange Anfahrten zu Baustellen ein akzeptables Angebot vorlegen müssten.
Auch bei der Lohnerhöhung und der Angleichung der Ostlöhne an das Westniveau müssten sich die Arbeitgeber noch erheblich bewegen. Die IG BAU fordert in der aktuellen Tarifrunde neben der Wegezeitentschädigung und dem Ost-West-Lohnangleich ein Einkommensplus von 5,3 Prozent.
