Warum Transparenz für Führungskräfte im GaLaBau entscheidend ist
Führungskräfte in GaLaBau-Unternehmen agieren anders als Fachkräfte vor Ort. Unternehmerisches Denken und Handeln sind essenziell und erfordern ein Verständnis betrieblicher Zusammenhänge. An der Meisterschule, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, in Veitshöchheim zeigt sich, dass viele angehende Führungskräfte nur begrenzte Einblicke in die Führungsebene haben.
Manche Studierende berichten, dass ihnen wichtige Informationen vorenthalten werden. Um verantwortungsbewusste Führungskräfte zu entwickeln und zu halten, ist Transparenz notwendig. Baustellenleiter, die umfassend informiert sind, handeln in der Regel verantwortungsbewusster.
Vorbereitung auf die Meisterprüfung
Im Rahmen der Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Garten- und Landschaftsbau in Veitshöchheim werden die Kandidaten intensiv in der Betriebs- und Baustellenbeurteilung geschult. Dies umfasst die Betriebswirtschaft im GaLaBau mit den Bereichen Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Kennzahlen und Plankostenrechnung. Ergänzt wird dies durch Informationen aus dem Baubetrieb sowie der Personal- und Mitarbeiterführung.
Ein zentraler Ansatz ist das gezielte Fragenstellen. Studierende werden darauf vorbereitet, durch gezielte Fragen Informationen von Unternehmern oder Geschäftsführern zu erhalten. Dies erfordert eine hohe Konzentration beim Begehen des Betriebsgeländes, um die Situation zu erfassen und im Gedächtnis zu behalten.
Die Fähigkeit, offene, geschlossene, weite und enge Fragen zu stellen, wird geübt. Dabei geht es darum, die Ist-Situation zu hinterfragen und den gelernten Schulstoff, von der Abschreibung bis zur Zahlungsmoral, anzuwenden.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Viele Studierende neigen dazu, alle Gesprächsinhalte zu dokumentieren, was das aktive Zuhören beeinträchtigen kann. Die Empfehlung der Lehrkräfte lautet, sich auf das Zuhören zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen, um die relevanten Informationen für spätere Prüfungen aufzunehmen.
Meisterprüfungskandidaten sollen wie Unternehmensberater vorgehen und sich innerhalb von 90 Minuten ein Gesamtbild des Unternehmens verschaffen. Dies beinhaltet Fragen zu:
- Akquise und Marketing
- Kosten- und Leistungsrechnung (Vor- und Nachkalkulation)
- Personal- und Materialdisposition
- Finanzierung und Liquiditätssicherung
In der Klausur müssen die Kandidaten diese Fragen projektbezogen beantworten, Vor- und Nachteile benennen, Verbesserungsvorschläge unterbreiten und begründen.
Baustellenbeurteilung in der Praxis
Die Kandidaten müssen sich mit betrieblichen Kennzahlen aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung auskennen und diese interpretieren können. Da die künftigen Meister überwiegend auf der Baustelle tätig sein werden, ist in Bayern die Baustellenbeurteilung ein fester Bestandteil der Prüfung.
Dafür werden kürzlich fertiggestellte Projekte mit einem Volumen von etwa 30.000 bis 100.000 Euro ausgewählt. Die Kandidaten erfragen die Umstände der Abwicklung, beurteilen die Qualität der Leistung und diskutieren das Baustellenergebnis. Anhand einer Baustellenübersicht mit Vor- und Nachkalkulation können sie den Deckungsbeitrag sowie Gewinn oder Verlust der Baustelle ermitteln.
Diese Vorgehensweise ermöglicht es den Studierenden, ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse nicht nur theoretisch, sondern direkt vor Ort anzuwenden. Die Kandidaten entwickeln sich durch diese Übungen weiter und erlangen eine hohe Praxisnähe, die von berufsständischer Seite gewünscht wird. Eine Herausforderung bleibt jedoch, ausreichend Prüfungsbetriebe für die Übungen und die Meisterprüfung zu finden.
