Naturschutz

Flasbarth fordert Schutz des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument

Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth ruft anlässlich des 30-jährigen Mauerfall-Jubiläums dazu auf, das gesamte Grüne Band als Nationales Naturmonument auszuweisen. Dies soll den einzigartigen Biotopverbund und das kulturelle Erbe schützen.

Einzigartige Erfolgsgeschichte für den Naturschutz

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls hat Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth dazu aufgerufen, das gesamte Grüne Band, den ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost und West, als Nationales Naturmonument auszuweisen.

30 Jahre nach dem Mauerfall hat sich der ehemalige Mauerstreifen zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte für den Naturschutz entwickelt. Wo einst Stacheldraht und Grenzkontrollen das Land teilten, zieht sich heute mit dem Grünen Band eine wertvolle Lebenslinie durch die Landschaft. Dieser historisch und ökologisch so besondere Streifen Erde verdient es, auf seiner ganzen Länge zum Nationalen Naturmonument erklärt zu werden. Damit wird dort nicht nur ein einmaliger Biotopverbund, sondern auch das kulturelle Erbe, die Erinnerung an den ehemaligen Todesstreifen, unter Schutz gestellt.

Eine solche Unterschutzstellung ermöglicht es, die Großschutzgebiete nach einem einheitlichen Konzept zu erhalten, weiterzuentwickeln und strengen Schutz zu gewährleisten. Im Gegensatz zu reinen Naturschutzgebieten spielt bei Flächen, die als Nationales Naturmonument ausgewiesen sind, auch der kulturelle Wert eine Rolle.

Das Grüne Band erstreckt sich über fast 1.400 Kilometer und bildet den längsten Verbund von Lebensräumen in Deutschland. Über Jahrzehnte hinweg konnte sich die Natur hier weitgehend ungestört entwickeln, wodurch ein Rückzugsort für über 1.200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten entstanden ist.

Thüringen hat bereits im vergangenen Herbst mit der Ausweisung des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band Thüringen“ auf einer Länge von rund 763 Kilometern einen ersten Schritt getan. Sachsen-Anhalt folgte kürzlich mit dem Beschluss, seinen 343 Kilometer langen Anteil ebenfalls zum Nationalen Naturmonument zu erklären. In Brandenburg ist die Ausweisung des dortigen Abschnitts von etwa 30 Kilometern im neuen Koalitionsvertrag vorgesehen.

Die Auszeichnung als Nationales Naturmonument kann die verschiedenen Schutzziele des Grünen Bandes – den länderübergreifenden Biotopverbund, die Erinnerungslandschaft und das Landschaftserleben – miteinander in Einklang bringen und einen durchgängigen, strengen Schutz sicherstellen. Zudem unterstreicht diese Auszeichnung die bundesweite Bedeutung dieser Landschaften.

Das Bundesumweltministerium begleitet und unterstützt den Ausweisungsprozess zum Nationalen Naturmonument seit 2015. Insgesamt wurden rund 19 Millionen Euro aus verschiedenen Förderinstrumenten bereitgestellt. Im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ wird derzeit das Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ gefördert. Dieses Projekt unterstützt Flächenbesitzer innerhalb des Bandes, wie Naturschutzstiftungen der Länder, Kommunen und Privatpersonen, bei der Wiederherstellung zerstörter Lebensräume.

Die Bundesregierung hat zudem die Bundesflächen im Grünen Band von der Privatisierung ausgenommen und sie den Bundesländern beziehungsweise Naturschutzstiftungen als „Nationales Naturerbe“ übertragen. In der Vergangenheit umfasste dies rund 6.800 Hektar, wobei in der aktuellen Legislaturperiode weitere Flächen hinzukommen sollen.

09.11.2019

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